SKT Spiderjack 2

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Spiderjack 2 im Einsatz

 

Was ist SKT?

Diese Seite kann Fehler enthalten! SKT ist Seilklettertechnik – eine Beschreibung ist hier zu finden. Achtung! Das Seilklettern und das spezielle Klettern mit dem Spiderjack birgt Gefahren, welche tödliche Unfälle nach sich ziehen können (siehe Abschnitt ‚Gefahren‘ – weiter unten). Mehr Infos zur SKT hier im Buch Seilklettertechnik.

 

Spiderjack 2

Der Spiderjack ist ein Auf- und Abstiegsgerät für das Klettern im Seil. Das Teil stammt aus der Hand von Hubert Kowalewski. Er hat einige Geräte für das Seilklettern entwickelt, darunter auch Spiderjack und Lockjack, den es in zwei Varianten gibt:

  • Spiderjack
  • Spiderjack 2

 

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Spiderjack 2

 

Hier geht es um die Variante Spiderjack 2, also den Nachfolger der Erstversion. Ich benutze den Spiderjack für das hobbymäßige Klettern in Bäumen und an Bauwerken, sowie zur Trainingsunterstützung (siehe Baltic-PM). Der Preis für einen Spiderjack 2.1 (das ist die neuste Version) liegt bei ca. 230 Euro (Stand 2014) und das Gerät ist bei freeworker.de erhältlich.

 

Technik des Spiderjack

Der Spiderjack fungiert im Seil als Ersatz für einen Klemmknoten. Mittels Klemmknotentechnik kann man an einem Seil auf- und absteigen. Für den Spiderack benötigt man das sogenannte umlaufende Seilsystem. Dabei wird der Spiderjack mit einem Karabiner in den Sitzgurt eingehängt. Das Seil wird ebenfalls in den gleichen Karabiner eingehängt (z.B. mit einem gespleißtem Seilauge) und verläuft nun über einen Ankerpunkt (sinnvoll ist ein Kambiumschoner) und wird zurück durch den Spiderjack hindurch geführt. Das Seil muss durch den Spiderjack hindurch gefädelt und kann nicht, wie beim Lockjack, durch Abschrauben der Klemmbacke eingelegt werden. Das aufsteigende Seil muss hinten am Spiderjack mit dem angebauten Klettstreifen fixiert werden. Zwischen Spiderarm und Seilauge muss aus dem Karabiner der mitgelieferte Gummiring installiert sein.
Wird das Seil nun belastet, knickt der Spiderjack den Seilverlauf ab und das Seil klemmt im Gerät fest. Zieht man am metallenen Griffstück, wird der Seilverlauf wieder begradigt und die Seilklemmung wird aufgehoben. Gleichzeitig benutzt man die hölzerne Bremsbacke um die Geschwindigkeit des Durchrutschens zu regulieren. Dadurch rutscht man am Seil abwärts bis der Zug am Griffstück aufgegeben wird. Bei Zug am Griffstück ohne Bremsung fällt man quasi einfach nach unten.
Beim Aufstieg wird der Spiderjack nicht belastet, so dass das Seil durch sein Eigengewicht hindurch laufen kann. Der Aufstieg erfolgt mittels Fußklemmtechnik oder Seilklemmen.

 

Hier meine persönliche Meinung zu Vor- und Nachteilen:

  • sehr gute Verarbeitung des Gerätes
  • relativ einfache Handhabung
  • sehr zuverlässig
  • gute Dosierung der Bremskraft (besser als beim Lockjack)
  • Berühren des Seils beim Ablassen nicht notwendig (schont Handschuhe)
  • alle Einzelteile auswechselbar
  • guter Service
  • Gerät ist zertifiziert
  • klein,leicht und handlich (nur ein zusätzlicher Karabiner notwendig)
  • Dosierung der Bremskraft gewöhnungsbedürftig
  • relativ langsamer Einbau in das Seilsystem (Seil muss durchgezogen werden)
  • keine Paniksicherung (Achtung – siehe Abschnitt ‚Gefahren‘)
  • relativ teuer

 

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Seilverlauf gerade (fast unbelastet)

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Seilverlauf abgeknickt/geklemmt (belastet)

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Sicherung des Seils am Ende ist wichtig!

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Klettband zur Fixierung des Seils
Den Spiderjack habe ich bisher wenig benutzt (neu 2009), daher sind meine Erfahrungen noch nicht ausgebaut. Die Bedienung ist schwieriger und muss erlernt werden.

Nachtrag 2010: Auch nach weiteren Einsätzen besteht immer noch Lernbedarf. Die Bremsfunktion ist gut aber für mich nicht optimal. Man kann mit dem Spider schneller klettern als mit dem Lockjack. Finde den Lockjack einfacher und etwas sicherer.

Nachtrag 2014: Ich habe mich vor einiger Zeit endgültig für die Kletterei mit dem Lockjack entschieden, weil er besser zu meinen Klettergewohnheiten passt.

 

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Spider mit Klettfixierung am Seil und Gummiring auf dem Karabiner

 

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Spider im Einsatz

 

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Spider im Einsatz (Seil umgelenkt + Kurzsicherung) im Feinastbereich

 

Gefahren

Das Klettern mit einem Spiderjack Sport sollte nur erfahrenen Seilkletterern vorbehalten bleiben. Zu groß ist die Gefahr, Fehler zu machen. Falscher Einbau und das Vergessen von Sicherungsmechanismen kann tödliche Folgen haben. Außerdem besitzt der Spiderjack keine Paniksicherung, das heißt, beim reflexartigen Festhalten am Gerät besteht Absturzgefahr, weil der Seildurchlauf dadurch freigegeben wird. Eine entgegengesetzte Panikreaktion muss vom Kletterer eingeübt worden sein, um das Gerät nutzen zu können. Ich empfehle jedem Kletterer unbedingt einen entsprechenden Lehrgang zu absolvieren. Diese Lehrgänge bieten einige Schulen in Deutschland an. Ich habe einen sogenannten SKT-A-Kurs bei der Münchner Baumkletterschule durchgeführt (www.baumkletterschule.de).

 

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vom Klettern gibt’s lange Arme 😉

 

 

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