Winterreisen mit dem Motorrad

V 1.1 vom 01.01.04 letzter Update 11.12.09 ©2004


Hier möchte ich mein Buch Winterreisen mit dem Motorrad vorstellen.

Das Buch 'Winterreisen mit dem Motorrad' ist 2003 erschienen und kann im Onlinebuchhandel (amazon, libri, buch etc.) bestellt werden. Das Buch ist auch für Solofahrer geeignet!

Bestellung bei Amazon (ISBN-Nummer 3831150109)

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188 Seiten, viele Fotos (s/w)

Inhalt

1. Kapitel - Planung einer Winterreise
In diesem Kapitel wird die Planung von Wintertouren beschrieben. Was sollte beachtet werden, wie wird eine längere Reise geplant, wo gibt es Informationen und was kostet das ganze (inkl. Checklisten).

2. Kapitel - Technikteil
Im Technikteil erfährt der Winterreisende einiges zur Vorbereitung des Fahruntersatzes und der Ausrüstung. Hier werden aus den unzähligen Möglichkeiten die wichtigsten aufgezählt und Tipps und Tricks anderer Winterfahrer verraten. Neben den Bezugsquellen von Ausrüstungsgegenständen werden auch Eigenbau und Bastelhinweise erläutert.

3. Kapitel - Reiseinfoteil
Im Reiseinfoteil gibt es Tipps zu den Ländern und zu speziellen Reiserouten. Hier werden einige der besten Routen vorgestellt und Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten gegeben.

4. Kapitel - Reisebeschreibungen
Der vierte Teil dieses Buches besteht aus zwei Reisebeschreibungen des Verfassers. Wer sich keine Vorstellungen machen kann über eine Motorradreise mitten im Winter, sollte hier beginnen zu lesen.

5. Kapitel - 6 Beispiele für Maschinen, Ausrüstung, Zubehör
Im fünften Teil werden einige Winterfahrer mit ihren Gespannen und der dazugehörigen Ausrüstung vorgestellt.


Leseproben der ersten vier Kapitel

Planung einer Winterreise

In diesem Kapitel wird die Planung von Wintertouren beschrieben. Was sollte beachtet werden, wie wird eine längere Reise geplant, wo gibt es Informationen und was kostet das Ganze (inkl. Checklisten).

Muß ich meine Reise vorbereiten? Ein paar warme Klamotten, eine Ersatzbatterie und etwas Geld oder die Kreditkarte reichen doch aus. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Letzteres ist bittere Realität, Beispiele gibt es genug. Hier eins davon: Im Jahr 1999 kamen zur Savalenrally zwei wild entschlossene Solisten mit Solomaschinen und Sommerbereifung bis an die Auffahrt zur verschneiten Hotelstrasse. Von hier aus sind es noch 16 Kilometer bis zum Treffpunkt. Es kursieren die verschiedenen Versionen über die Versuche, die beiden Motorräder bis zum Hotel zu bewegen. Einige erzählen von stundenlangen Schiebeaktionen an den vielfältigen Steigungen, andere sahen die Solisten eher abseits der Strasse. Die beiden Motorräder sind jedenfalls nie angekommen. Die beiden Motorradfahrer haben ihre Fahrt entnervt abgebrochen. Die Rückführungskosten waren sicher so hoch wie der Wert der Motorräder. Es wurde eine umständliche Abschleppaktion mit langen Fahrten bis zur nächsten Bahnstation notwendig. Die beiden Pechvögel haben wir auf dem Treffen nie kennen gelernt. Die ganze Reise der beiden hat aber bestimmt 5 Tage in Anspruch genommen. Ich selbst habe schon Motorräder an die nächste Tankstelle geschleppt, überladene Gespanne von ihrem Ballast befreit und öfter ein paar Fußwärmer spendiert. Alleingelassen in der Kälte und auf nächtlichen Strassen, ohne eine Chance auf ein Weiterkommen, da spielt dann auf einmal Geld keine Rolle. Natürlich kann man die Vorbereitung auch übertreiben: 1997 traf ich einen Gespannfahrer, welcher sage und schreibe drei Campingkocher und zahllose Gaskartuschen durch die Gegend karrte, obwohl er immer in Hotels und Hütten zu übernachten pflegte. Ich gebe es zu, auch ich habe oft Dinge mit, die ich auf so einer Fahrt nie benutze und so wieder auspacke, wie ich sie in Deutschland eingepackt habe. Wenn man sie denn doch zu Hause lässt, braucht man sie garantiert bei der nächsten Fahrt ... Auf den Straßen Skandinaviens ist grundsätzlich überall mit Glatteis zu rechnen. Nun ist Glatteis nicht gleich Glatteis. Es gibt glattes Glatteis, welches eher selten ist und es gibt normales Glatteis, welches den Namen Glatteis fast gar nicht verdient. Auf vielen Straßen ist das oft zentimeterdicke Eis durch die Spikereifen rau gefahren, so daß noch relativ viel Haftung vorhanden ist. Wunder darf man allerdings nicht erwarten, Eis bleibt Eis. Damit die Straßenlage nicht eintönig bleibt, gibt es zusätzlich noch Schnee, Matsch und trockene Straßen. Schneestraßen sind bei festgefahrener Schneedecke gut zu befahren. Unglücklicherweise kann man auch in Skandinavien nicht immer ideale Straßenverhältnisse erwarten. Die Straßen wechseln unter Umständen an jeder Ecke ihren Zustand. Ganz grob wird es, wenn durch Tauwetter und Schneeregen die Fahrbahn teilweise aufbricht und sich vereiste Spurrinnen unter dem Schneematsch bilden. Aber das ist eher die Ausnahme. Das Fahren auf vereisten Straßen benötigt sehr viel mehr Aufmerksamkeit, als man vielleicht gewohnt ist. Solofahrer können kaum den Blick von der Straße nehmen, weil sie befürchten müssen, ihre Spur zu verlieren. Gespannfahrer können da schon entspannter fahren. Das Gespann zieht sich normalerweise von allein wieder in die vorgefahrenen Rinnen und Schlenker wird man öfter mal haben ... Eines der schönsten Erlebnisse, das mit einem Gespann oder Motorrad erlebt werden kann, ist die Fahrt durch eine schneeweiße Landschaft. Der Sonnenschein läßt alles in gleißendem Weiß erstrahlen. Man muß einfach absteigen und die scheinbar unberührte Landschaft genießen. Auf den fast unbefahrenen Paßstraßen der hohen Berge ist dies noch möglich. Mitleidige oder anerkennende Blicke aus dampfenden Blechkarossen machen dieses Schauspiel nur noch ungläubiger. Hoch über der Baumgrenze gibt es nur noch den schmalen geschobenen Weg zwischen kahlen weißen Gipfeln. Leider sind die Paßstraßen nicht immer geschoben, so daß ein Durchkommen unmöglich wird. Schon die Auffahrt ist ein Erlebnis. Steigungen ohne Ende und nur im ganzen zu schaffen, wechseln sich ab mit zugeschneiten Waldabschnitten. Eine kleine idyllische Tankstelle, besser gesagt eine oder zwei Zapfsäulen vor einer kleinen Hütte, sind eine willkommene Abwechslung. Noch mal aufgetankt und gestärkt gehts dann auf zur nächsten Etappe. Allein für diese Erlebnisse lohnt sich der weite Weg ... und mehr im Buch ...


Technikteil

Im Technikteil erfährt der Winterreisende einiges zur Vorbereitung des Fahruntersatzes und der Ausrüstung. Hier werden aus den unzähligen Möglichkeiten die wichtigsten aufgezählt und Tipps und Tricks anderer Winterfahrer verraten. Neben den Bezugsquellen von Ausrüstungsgegenständen werden auch Eigenbau und Bastelhinweise erläutert.

Eine gute Wahl stellen alltagstaugliche Reisemotorräder mit vielen Ausbaumöglichkeiten dar. Ganz vorn rangieren hier unbestritten die Motorräder von BMW, Guzzi, Honda und die Reisehighlights der anderen Marken. Die Reisemotorräder lassen sich vielfältig an die Bedingungen im Winter anpassen. Hier seien auch die vielen unerschrockenen MZ-Kradler genannt, die immer wieder auf jedem Treffen unversehrt ankommen. Einfache Maschinen sind eben unverwüstlich. Mit viel Basteltalent und genügend Werkzeug sind sie allemal auf jedem Treffen zu sehen. Auch sehr lange Reisen über schlechte Pisten und Straßen sind damit schon gemeistert worden. Von den bekannten Zubehörlieferanten gibt es Kataloge, in denen die vielen nützlichen und unnützen Anbau- und Kleinteile angeboten werden. Hier lassen sich für fast jeden Maschinentyp Sturzbügel, Scheiben, Protektoren, Heizgriffe, Batterien usw. bestellen. Abzuraten wäre aber von sehr großen Maschinen, welche sich schon auf normalen Straßen schon schwer bewegen lassen. Dies gilt ebenso für eine BMW-LT, wie auch für die großen Dickschiffe von Honda und anderen Herstellern ... Umbauten und Zubehör für Solomaschinen und Gespanne sind oftmals gleich. Dies gilt vor allem für die maschinenseitigen Anbauteile. Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten. An alle Solomaschinen sollten Sturzbügel für den Fall der Fälle angebaut werden. Stabile Kofferhalter schützen dabei das Heck der Maschine. Beachtet werden muß auch die Anbringung von Lenkerstulpen. Bei einem Sturz müssen die Hände zum Abfangen schnell aus den Stulpen herausgezogen werden können. Es sind also entweder Protektoren oder weitgeöffnete Stulpen zu bevorzugen. Auch eine Verkabelung von Visier und Handschuhen darf nicht zur Falle werden. Die Kabelverbindungen sind so zu gestalten, daß sie sich bei einem Sturz lösen können. Hier sind einfache Steckverbindungen mittels Cinchstecker weitverbreitet. Viele professionelle Anbieter statten ihre Zubehörteile mit Cinchverbindungen aus. Sehr großes Augenmerk muß auch auf die Beladung gelegt werden. Eine hohe Beladung macht das Fahren im Schnee fast unmöglich. Ein tiefer Schwerpunkt vermeidet viele Stürze auf glatten Straßen. Da auf den Straßen oft kurze Ausgleichsbewegungen am Lenker ausgeführt werden, sollte auf dem hinteren Gepäckträger überhaupt nichts angebracht werden, da sonst die ganze Fuhre wie ein Lämmerschwanz durch die Gegend eiert. Auch Rucksäcke sind nicht zu empfehlen, da sie bei Stürzen eine kontrolliertes Abrollen von der Maschine verhindern und unter Umständen schwere Verletzungen herbeiführen ... Viele M+S-Reifen lassen sich nachträglich mit Spikes nachrüsten. Es gibt Originalreifen mit vorgebohrten Löchern für die Spikes. Diese dürfen aber nicht vorher gefahren worden sein, da dann keine Spikes mehr eingeschossen werden dürfen. Dies liegt daran, daß sich in den Löchern kleine Kieselsteine einpressen, die dann beim Spikes einschießen durch die Karkasse gedrückt werden und den Reifen beschädigen. In normale M+S-Reifen lassen sich nur manchmal Spikes einschießen. Die Reifen dürfen nicht abgefahren sein und müssen zusammenhängige Profilblöcke aufweisen, in die man die Spikelöcher bohren kann. Viele M+S-Reifen sind Lamellenreifen und haben keine zusammenhängenden Profilblöcke. Hier sind Spikes nicht möglich. In Geländereifen oder andere grobstollige Reifen mit genügend hohem Profil können ebenfalls Spikes eingeschossen werden. Die Profilblöcke sollten mindestens 10 mm hoch sein. Zum Einschießen von Spikes gibt es verschiedene Verfahren. Immer werden jedoch Löcher gebohrt und die Spikes werden dann per Druckluft eingeschossen. Ein Spike besteht aus einem Hartmetallkern von ca. 1 mm Durchmesser und hat einen Weichmetallmantel, welcher verhindert, daß sich das Hartmetall in den Reifen bohrt. Am unteren Ende besitzt das Spike einen Kragen, der verhindert, daß bei den vorherrschenden Kreiselkräften der Spike aus dem Reifen geschleudert wird. Die Spikes stehen nur etwa 0,2 bis 1 mm aus dem Reifen heraus und kratzen nur ganz leicht am eventuell vorhandenen Eis. Kurioserweise funktioniert das Ganze trotzdem. Vor dem Bohren der Löcher wird üblicherweise der Reifen ausgebaut und in eine Vorrichtung eingespannt. Normale Akkuschrauber mit Anschlagbohrer sind oftmals im Einsatz. Die ca. 4 bis 5 mm großen Löcher werden dann einfach per Hand gebohrt. Um so mehr Spikes eingeschossen werden, um so besser ist das Fahrverhalten auf Eis. Das Gegenteil ist auf Asphalt, vor allem bei nasser Fahrbahn, der Fall. Hier wird das Fahrverhalten bedeutend schlechter! Übrigens werden die Spikes meist pro Stück berechnet - das kann schnell ins Geld gehen. Für das Bestücken der Räder mit Spikes muss mindestens ein halber Tag eingerechnet werden ... und mehr im Buch ...


Reiseinfoteil

Im Reiseinfoteil gibt es Tipps zu den Ländern und zu speziellen Reiserouten. Hier werden einige der besten Routen vorgestellt und Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten gegeben.

Normalerweise hat man in den Wintermonaten in den skandinavischen Ländern eine gute Winterlage mit durchaus tiefen Temperaturen. Man muss hier die verschiedenen Breitengrade unterscheiden. Auch die Küstenregionen können vom Gesamtbild abweichen, da hier das Meer einen großen Einfluss auf die Temperaturen hat. Wer sichere Minusgrade haben will, muss also möglichst im Landesinneren und in Richtung Norden fahren. Ich habe auf meinen Reisen in Norwegen im Januar und Februar Temperaturen zwischen 5 Grad plus und 30 Grad minus erlebt. Die meiste Zeit lagen die Temperaturen jedoch zwischen minus 5 und 15 Grad Celsius. Die Temperaturen können sehr stark schwanken. Auf den Bergen ist es meistens kälter. Bis zu 10 Grad Unterschied konnte ich schon feststellen. Manchmal ist es jedoch auch umgekehrt und in den Bergen ist es warm, im Tal dagegen sehr kalt. In den nördlicheren Regionen können noch tiefere Temperaturen und starke Schneefälle sowie Verwehungen auftreten. Hier sollte man von Alleinreisen absehen und immer eine Rückmeldung am nächsten Ziel vereinbaren. Falls dann ein Anruf nicht erfolgt, können Maßnahmen zur Hilfe unternommen werden ... Das Tankstellennetz ist Norwegen relativ dicht, zumindest in den südlicheren Regionen. Die Öffnungszeiten können aus aktuellen Karten entnommen werden oder sind über den norwegischen Straßendienst zu erfragen. Hier wird aber meist nur englisch gesprochen. In kleineren Ortschaften sind die Tankstellen oft am Wochenende geschlossen. Es gibt zwar die Möglichkeit mit Karten zu tanken, aber meist werden nur einheimische Karten akzeptiert ... Achtung ihr Partylöwen, wer mit Alkohol am Steuer erwischt wird, hat vielleicht gleich mehrere Probleme. Ab 0,5 Promille gibt es empfindliche Geldstrafen mit bis zu 1,5 Durchschnittsgehältern. Ich habe mehrmals Leute getroffen, die keine vollständige Urlaubskasse mehr hatten und frühzeitig abgereist sind. Ab 1,5 Promille gibt es Kost und Logis bei den Staatsdienern. Leider nicht frei, denn teuer wirds dann allemal. Übrigens, wer nicht zahlen kann, geht erst mal zu Fuß weiter. Wer unbedingt Rasen will, sollte ebenfalls genug Geld mitbringen. 5 km/h Überschreitung kosten ca. 500 Kronen, bei 20 km/h sind dann schon über 2000 Kronen fällig. Das Fahren ohne Abblendlicht kostet normalerweise auch 400 Kronen Strafe, ich bin jedoch schon öfter von Polizisten darauf aufmerksam gemacht worden und brauchte nichts zu bezahlen, was natürlich nichts heißen will. Auch bei der zollfreien Einfuhr von Zigaretten und Alkohol sollten die Vorgaben eingehalten werden. Wer über 20 Jahre ist darf 1 Liter Schnaps, 1 Liter Wein, 2 Liter Bier (statt Wein und Schnaps auch nur Wein), 250 Gramm Tabak oder 200 Zigaretten, Lebensmittel nur für den persönlichen Bedarf in geringen Mengen. Die Ausfuhr von Waren ist nur bis zum Wert von 115 DM gestattet ... und mehr im Buch ...


Reisebeschreibungen

Der vierte Teil diese Buches besteht aus zwei Reisebeschreibungen des Verfassers. Wer sich keine Vorstellungen machen kann über eine Motorradreise mitten im Winter, sollte hier beginnen zu lesen.

November 1996. Draußen Regen und starker Wind. Es ist ungemütlich in Berlin und drinnen in der warmen Stube halte ich eine Ausgabe der neuesten Gespannzeitung in der Hand. Endlich wieder was zum Lesen denke ich und mache es mir auf dem Sofa bequem. Ein Bericht erzählt über die Abenteuer einer Norwegenreise im Winter. Ein tolles Foto denke ich. Ein altes Guzzigespann mit einem riesigen Beiwagen fährt auf einer völlig verschneiten Strasse bei herrlichem Sonnenschein entlang. Das Gespann ist völlig mit Schnee bedeckt und es sind die Kälte und gleichzeitig die warmen Sonnenstrahlen im Bild förmlich zu spüren. Der Fahrer ist völlig eingemummt und ebenfalls schneeweiß. Ein paar Verrückte denke ich, lese aber gespannt weiter. Da ist von Schneesturm und eisiger Kälte die Rede. Eine kleine Gruppe hat sich aufgemacht, um ein Treffen in Norwegen zu besuchen. Und das mitten im Winter. Geschichten über eingefrorene Bikes, lustige Abenteuer im Schnee, Pannen und tiefgekühlte Werkzeuge. Gemütliche Runden auf einem Treffen und einsame Hütten im Wald. Die Jungs haben schon eine abenteuerliche Reise hinter sich, dass ist der Eindruck nach dem Artikel. Tage später. Mich lässt dieses Bild der verschneiten Guzzi einfach nicht los. Warum fahren ein paar verrückte Motorradfahrer im Winter nach Norwegen? Ich durchsuche meine alten Motorradzeitungen und finde einen weiteren Artikel über die Norwegenenthusiasten. Wieder verschneite Motorräder und durchgefrorene Gestalten an irgendeiner verlassenen Strasse mitten in Norwegen. Dazu Sprüche wie: "Gespannfahren macht erst im Winter richtigen Spaß!". Irgend etwas muss diese Leute nach Norden ziehen, aber was? Ich versuche mehr über die Winterfahrer und ihre Ziele herauszufinden. Leider gibt es nicht sehr viele Informationen und jeder erzählt etwas anderes. Die haarsträubensten Geschichten werden mir aufgetischt. Ich stoße in den folgenden Tagen auf eine interessante Adresse ... Draußen hat die Nacht schon begonnen, es ist relativ warm und sternenklar. Eine unwahrscheinliche Stille umschließt die Hütten und den Wald. Der Mond beleuchtet die Schneelandschaft. Am zugefrorenen Fluß kann man in der Ferne die Silhouette der Berge deutlich erkennen. Das blaue Licht der Brückenbeleuchtung wirft lange Schatten auf den weißen Schnee. Der Fluß ist zugefroren und ein paar einsame Autospuren verlieren sich in einiger Entfernung. Irgendwo dahinten muß eine andere Brücke sein, denn zwei kleine gelbe Punkte wandern über das Eis. Als Großstädter kann man diese Ruhe erst nach einigen Tagen begreifen. Wir reden an diesem Abend noch bis tief in die Nacht hinein und lassen noch einmal die schönen Erlebnisse der heutigen Fahrt aufleben. Das ganze sollte jedoch erst der Anfang sein ... Um unsere beiden Unglücksraben brauchten wir uns nicht zu sorgen, der ADAC hatte alles veranlaßt. Wir vereinbarten einen Treffpunkt an der Fähre und fuhren dann los. Die Auffahrt zum Fjell ist sehr steil. Von Norden geht es noch, wer im Süden auf das Fjell fährt, hat bei Neuschnee oder Eis ernste Schwierigkeiten. Hier geht's dann nur noch zu zweit mit gegenseitiger Hilfe weiter. Oben auf dem Fjell ist man über der Baumgrenze. So weit das Auge reicht sind nur schneeweiße Flächen und Hügel zu sehen. Der Schnee ist teilweise über zwei Meter hoch und man fährt durch eine tiefe Schneise zwischen den Berggipfeln hindurch. Es ist gleißend hell und spätestens jetzt weiß ich, warum Motorradfahren im Winter und dann noch in Norwegen das absolute Nonplusultra ist. Auf dem Paß gibt es genügend Möglichkeiten um anzuhalten und sich die schöne Gegend anzusehen. Bei herrlichem Sonnenschein kann man einfach nicht genug bekommen von dieser verschneiten Bergwelt. Bei der Abfahrt gehts dann durch tiefverschneite Wälder und man hat Mühe auf der Straße zu bleiben. Das Gefälle ist teilweise sehr stark und zwingt zu Schritttempo. An den vereisten Stellen ist es am gefährlichsten, manchmal hilft nur absteigen ... und mehr im Buch ...
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