Was ist mit dem Recht am eigenen Bild?

V 1.2 vom 01.02.10 letzter Update 28.08.10 ©2010



Darf ich einfach fremde Leute fotografieren?

Für das Veröffentlichen von Fotografien ist das 'Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie' zuständig. Bereits seit 1907 existiert dieses Gesetz und es wurde mehrfach überarbeitet. Die aktuelle Version wurde zuletzt geändert durch Art. 3 § 31 G v. 16. 2.2001 I 266.

Der Paragraf 22 regelt das Recht am eigenen Bild, welcher aussagt, dass ein Bildnis ohne Einverständnis des Abgebildeten nicht veröffentlicht werden darf. Im Paragraf 23 werden die Ausnahmen vom §22 beschrieben. Davon gibt es nur vier. Neben Zeitgeschichte, Menschen als 'Beiwerk' und Abbildungen bei Versammlungen etc. wird auch die Abbildung im Interesse der höheren Kunst genannt. Weiter unten sind die Gesetzestexte aufgeführt.

Es geht also um Ausnahmen von der Regel! Der Schutz der Persönlichkeit steht im Vordergrund und die Ausnahmen sind eng auszulegen.

Ich veröffentliche also die Bilder nach den Ausnahmen des Paragrafen 23. Die Interessen des Anbgebildeten möchte ich natürlich nicht verletzen - ob es immer gelingt, sei dahin gestellt. Jedes einzelne Foto muss daraufhin untersucht werden. Ich kann nicht immer alle Begebenheiten abschließend prüfen und schließe daher eine Vielzahl von Fotografien von der Veröffentlichung aus, wenn ich Zweifel habe, das Interessen verletzt sein könnten. Letztendlich könnte dies sowieso nur ein Richter entscheiden (Also auch: Was ist Kunst?).

Sollte ich mich also geirrt haben, bitte ich um Nachsicht und um Mitteilung zwecks Löschung der Fotografie von diesen Seiten.

Das Fotografieren (Herstellen der Fotografie) unterliegt einigen wenigen Beschränkungen. Rechtlich relevant ist vor allem das Veröffentlichen, eine Besonderheit bildet das Fotografieren in Wohnungen hinein (Schutz der Intimsphäre), dies ist vollstänig untersagt.


 


Was tun, wenn ich nicht hier veröffentlich werden möchte?

Jeder Abgebildete kann sich melden und ich nehme das Bild sofort von der Seite, wenn es gewünscht wird!
Eventuell kann das Bild jedoch trotzdem auf der Seite bleiben und ich erhalte eine Zustimmung.



 


Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KunstUrhG)

Hier die maßgeblichen Paragrafen als Auszug aus dem Gesetz:

§§ 1 bis 21
-
§ 22
Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.
§ 23
(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.
§ 24
Für Zwecke der Rechtspflege und der öffentlichen Sicherheit dürfen von den Behörden Bildnisse ohne Einwilligung des Berechtigten sowie des Abgebildeten oder seiner Angehörigen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zur Schau gestellt werden.
§§ 25 bis 32
-
§ 33
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen den §§ 22, 23 ein Bildnis verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt.
(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.





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