Montage Zielfernrohr

Die Montage von Zielfernrohren auf Picatinny-Schienen wird oft von den Büchsenmachern durchgeführt. Wenn man einige Dinge beachtet, ist die Montage selbst problemlos durchführbar. Nachfolgend wird die Montage eines ZF beschrieben.

 

Vorbereitungen

Folgende Teile und Werkzeuge werden für eine Montage benötigt:

  • das Zielfernrohr 😉
  • eine Montage, bestehend aus einzelnen Ringen oder einer Brückenmontage
  • Mittel zum Entfetten, z.B. Reinigungsbenzin oder medizinischer Alkohol
  • Drehmomentenschlüssel 1-5 Nm
  • z.B. Proxxon 23347 MicroClick-Drehmomentschrauber MC5 1–5 Nm
  • und 5-20 Nm (oder ähnliche Bereiche für 2,4 Nm und 12 Nm)
  • z.B.HAZET Drehmoment-Schlüssel (2,5-25 Nm)
  • flaches langes Metallstück (z.B. Messchieber)
  • Inbusschlüssel, je nach vorhandenen Schrauben
  • Schraubeinsätze für die Drehmomentenschlüssel je nach vorhandenen Schrauben

 

die beiden Drehmomentenschlüssel und der Handschlüssel

 

Vorbereitung

Alle Teile der Montage auf Vollständigkeit prüfen, bei gebarauchten Montagen die Gewinde in der Montage genau prüfen und auch die Schrauben (Gewinde und Kopf). Das Zielfernrohr reinigen und die Stellen, welche auf der Montage sitzen entfetten und danach nicht mehr mit den Fingern berühren! Die Montage reinigen. Die Sitze der Montage, also die Flächen, welche am ZF anliegen entfetten und nicht mehr berühren.

 

Montieren

Das ZF wird für den Anschlag montiert, welcher am meisten benutzt wird. Bei einem Liegendanschlag also alles auf dem Fussboden aufbauen und prüfen. Nun sollte das ZF so auf die Montage gesetzt werden, dass es möglichst mittig sitzt, was nicht immer ganz klappen wird. Die Montage so auf das Gewehr setzen, das mit dem mittigen ZF nun ein korrekter Augenabstand eingestellt wird. In Europa sind das meist ca. 8cm – es kommt aber auf persönliche Vorlieben und den Schaft an. Gibt es eine verstellbare Schaftbacke, ist sie auf die korrekte Höhe einzustellen, also so, dass man bei einem schnellen „in Anschlag gehen“ sofort mit dem Auge mittig durch das ZF sehen kann. Das evtl. verstellbare Schaftende wird so eingestellt, dass sich im ZF keine schwarzen Ränder an der Seite bilden, also der Durchblick komplett ist. Bei großen Kalibern darauf achten, dass der Augenabstand nicht zu gering wird, sonst kann es unliebsame Begegnungen mit dem ZF geben.

 

nicht ganz mittig ausgerichtet – hier nicht möglich wegen dem Kammerstängel

 

Manche Montagen stören das Repetieren, denn der Kammerstängel stößt an die Montage. Hier sollte man versuchen, die Montage so zu versetzen, dass der Kammerstängel frei bewegt werden kann. Ist dies nicht möglich, muss evtl. die Montage etwas bearbeitet werden, z.B. durch das Abtragen einer Kante.

 

Kante der Montage etwas abgetragen, da sonst der Kammerstängel anschlägt

 

Die ermittelte Stellung nun leicht mit einer Schraube fixieren und am Schaft das Okularende kennzeichnen, falls man es wieder verstellt (Lot von oben auf den Schaft). Die Montagehalbschalen sind oft paarweise verbaut und entsprechend gekennzeichnet – meist mit Nummern. Diese Nummern müssen dann übereinander stehen.

 

auf Nummerngleichheit der Halbschalen achten

 

Nun das ZF genau waagerecht ausrichten – dazu die Schraube wieder vorsichtig lösen und mittels eines geraden Metallstreifens unterhalb des Mittelstückes die Parallelität des ZF zum Gewehr prüfen. Ein schräg montiertes ZF wird in unterschiedlichen Entfernungen nicht genau auf die Mitte schießen, sondern Abweichungen verursachen. Die Querachse des ZF muss also in Waage zum Gewehr verlaufen.

 

mit dem Messchieber kann man die Waagerechte über den Lichtspalt prüfen

 

Nun die Schrauben der ZF-Montage leicht anziehen. Anschließend die Montageschrauben der Picatinny-Befestigung mit ca. 10-12 Nm anziehen – der Wert ist abhängig von der Montage und wird vorgegeben. Bei Eratac-Montagen sind das die ca. 10-12 Nm maximal. Die Montage muss bei Repetierbüchsen nach vorn an den Anschlag der Querstreben der Schiene gedrückt werden und bei Halbautomaten nach hinten.

 

2,4 Nm eingestellt auf Proxxon 23347 MicroClick-Drehmomentschrauber MC5 1–5 Nm

 

Die ZF-Montageschrauben nun über Kreuz und im Wechsel vorn/hinten mit max. 2,4 Nm anziehen – auch dieser Wert hängt vom Hersteller der Montage bzw. des Zielfernrohres ab. Kahles 624i z.B. darf mit max. 2,4 Nm angezogen werden.

 

auf geraden Sitz (Spalt beide Seiten) prüfen und über Kreuz anziehen

 

Mittelchen, wie Kreide, anschleifen, festkleben oder ähnliche Hilfen sind überflüssig, wenn alle Teile ordnungsgemäß verarbeitet und nicht beschädigt sind.

 

Zuletzt noch einmal alles prüfen:

  • Wurde entfettet?
  • Stimmt der Augenabstand?
  • Ist das ZF waagerecht und möglichst mittig montiert?
  • Ist die Richtung der Vorneigung richtig (nach vorne geneigt)?
  • Passen die Halbschalen zum richtigen Sitz? Vorne und hinten müssen die Nummern gleich sein: 1-1, 2-2).
  • Stimmen die Anzugsmomente von Picatinny- und ZF-Schrauben?

 

Sollte alles ok sein, kann das Gewehr eingeschossen werden.

 

einschießen des neuen ZF – hier mittels Ladeleiter und Labradar

 

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Proxxon 23347 MicroClick-Drehmomentschrauber MC5 1–5 Nm

HAZET Drehmoment-Schlüssel (2,5-25 Nm)

 

 

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