{"id":3587,"date":"2004-03-04T20:56:55","date_gmt":"2004-03-04T18:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/?p=3587"},"modified":"2015-12-30T19:27:21","modified_gmt":"2015-12-30T17:27:21","slug":"fjordrally-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/storys\/fjordrally-2004-3587\/","title":{"rendered":"Fjordrally 2004"},"content":{"rendered":"<h3>Motorradreise Januar 2004 zur 1. Fjordrally<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3576\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_00.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_00\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_00.jpg 600w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_00-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\nStabkirche Borgund \/ Norwegen (N\u00e4he E16)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>1. Fjordrally 2004<\/h3>\n<p>Hier ein kleiner Bericht zur allerersten Fjordrally, welche wir 2004 unternahmen.<\/p>\n<p>Auf der letzten Reise nach Norwegen im Januar 2003 beschlossen wir (Popi und ich) mal ein Treffen nur f\u00fcr die Solofahrer anzugehen. Warum? Nach jahrelangen Reisen mit dem Gespann wollten wir die doch etwas schwierigere Reiseform mit dem Solokrad etwas herausstellen. Wir fanden, dass die Solofahrten eine etwas andere Herausforderung f\u00fcr Fahrer und Maschine waren. Au\u00dferdem kannten wir die Zielgegend unserer Reisen mittlerweile ziemlich genau und wollten etwas Abwechslung. Was lag also n\u00e4her, als ein neues anderes Treffen ins Leben zu rufen. Dabei bestand nat\u00fcrlich nicht der Anspruch sich abzukapseln oder etwas Besonderes zu gestalten &#8211; das \u00fcberlassen wir dann doch den weltreisenden Alleinfahrern \ud83d\ude09 &#8211; sondern einfach mal ein anderes Abenteuer in der verschneiten nordischen Gegend zu erleben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3577\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_01.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_01\" width=\"500\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_01.jpg 500w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_01-300x229.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Nach unz\u00e4hligen Tagen der Vorbereitung und einigen pers\u00f6nlichen Treffen mit teils schmerzlichen Erfahrungen \ud83d\ude09 war die 1. Fjordrally geboren. Wir wollten kein gro\u00dfes Treffen. Aus diesem Grund suchten wir eine Unterkunft, welche einen engen Rahmen steckte. In Sandecamping wurde Popi (Christian) im letzten Winter f\u00fcndig. Wenn wir alle Reserven des Campingplatzes ausn\u00fctzen w\u00fcrden, h\u00e4tten 24 Teilnehmer eine trockene Bleibe inkl. Bett. Aber ein neues Treffen f\u00e4ngt immer klein an. Unsere Homepage, ein paar Zettel und die Hinweise in den kostenlosen Anzeigenbl\u00e4ttern brachten uns dann auf 10 Teilnehmer. Zwei davon mussten leider vorab absagen. Also starteten wir das erste Treffen mit 8 Leuten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3578\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_02.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_02\" width=\"500\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_02.jpg 500w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_02-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Unsere Fahrt startete in Kiel. Die F\u00e4hrverbindung Kiel-Oslo ist ja f\u00fcr viele Treffen in Norwegen der Ausgangspunkt und schon so etwas wie eine Institution. Klar, die nassen und nicht sehr sch\u00f6nen Stra\u00dfen durch D\u00e4nemark und entlang der schwedischen K\u00fcste werden rechts und links liegengelassen. Der Preis bleibt der Selbe, denn Sprit und \u00dcbernachtung schlagen ja auch zu Buche bei einer Fahrt per Achse. Und wer will schon das Salz zweier dreier Nationen bis nach Norwegen schleppen? Matzmann und Bernd sind mit ihren Maschinen, einer 97er Adventure und einer Suzuki bereits in der Weihnachtszeit losgefahren. Sie wollten mehr von Norwegen erleben. Ich glaube, Matzmann ist schon s\u00fcchtig von dem winterlichen Norge. Man sollte also immer vorsichtig sein \ud83d\ude09 Vor der F\u00e4hre trafen sich die restlichen Teilnehmer bei sch\u00f6nstem sonnigen Winterwetter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3579\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_03.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_03\" width=\"500\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_03.jpg 500w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_03-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Die F\u00e4hrfahrt war erwartungsgem\u00e4\u00df lustig oder auch feuchtfr\u00f6hlich genannt. In Oslo begr\u00fc\u00dfte uns ein halbwegs angenehmes Wetter. Diesmal kein Eisregen oder fr\u00fchlingshaftes Tauwetter. Nach kurzem Schnack auf dem F\u00e4hrparkplatz trennten sich unsere Wege. Unsere beiden Mannheimer nahmen die E6 um unterwegs an Spikes zu kommen. Wir nahmen zu viert die &#8222;Querfeldeinroute&#8220; \u00fcber zahlreiche P\u00e4sse und durch die verschneiten T\u00e4ler und Hochebenen. Wir durften uns beeilen, denn die erste Strecke war nicht ohne. Bis zu unserem Tagesziel waren es weit \u00fcber 200 km und es war ja schon Mittag. Also warm angezogen und die Spikes Funken schlagen lassen. Die ersten 150 km lodderten wir noch auf Asphalt umher. Die Spikes wurden zunehmend kleiner. Im Dunkeln war es daf\u00fcr an den Radaufstandsfl\u00e4chen wenigstens ertr\u00e4glich hell. Leider nur f\u00fcr den Hintermann interessant.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3591\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_11.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_11\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_11.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_11-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Unser Tagesziel Hemsedal n\u00e4herte sich aufgrund der doch recht z\u00fcgigen Fahrweise auf Asphalt relativ schnell. Wir kamen noch vor dem letzten Dunkeltuten an und bekamen zum Dank eine sch\u00f6ne gro\u00dfe und gem\u00fctliche H\u00fctte. Drei Schlafzimmer fanden wir zwar dann doch etwas \u00fcbetrieben, aber bei Schnarchattaken konnte so wenigstens jeder fl\u00fcchten. In Hemsedal herrschte bereits tiefer Winter. Es war kalt und schneereich zugleich. Die Stra\u00dfen wurden zur Eispiste und unsere Spikes durften nun endlich ihre ihnen zugedachte Arbeit verrichten. Etwas l\u00e4diert freundeten sie sich doch schnell mit dem glatten Untergrund an und bescherten uns etwas bessere Seitenf\u00fchrungskr\u00e4fte. Die hatten wir auch dringend n\u00f6tig. Brotzeittechnisch hatten wir die Lage ebenfalls unter Kontrolle. Der Supermarkt nebenan ersetzte die sicherheitshalber mitgebrachten T\u00fctensuppen und die letzten \u00dcberlebenden der deutschen Bierdosenzunft segneten das Zeitliche. Der erste Abend war recht kurz. Die ungewohnte T\u00e4tigkeit des Mopedfahrens im Winter steckte allen in den Gliedern. Einzelne Muskelgruppen meldeten sich lautstark aus dem tiefen Winterschlaf zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3580\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_04.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_04\" width=\"500\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_04.jpg 500w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_04-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Da wir die Party am ersten Abend nicht \u00fcbertrieben und eine lange dunkle Nacht durchschliefen, hatten wir am n\u00e4chsten Morgen um sieben Uhr auch keine Probleme mit dem Aufstehen. Es war zwar mitten in der Nacht, aber wir wollten schon immer mal eine z\u00fcnftige Nachtfahrt unternehmen. Das es dazu nicht kommen sollte, lag wohl an den etwas tieferen Temperaturen. Unsere weich gewordenen Mopeds verstanden die Welt nicht mehr. Nicht nur N\u00e4gel in den Schlappen, nein jetzt auch noch richtig kalt morgens und das alles ohne Garage. Einige waren dann auch entsprechend bockig. Nach einigen \u00dcberredungsk\u00fcnsten lie\u00df sich auch das letzte Einhorn \u00e4\u00e4\u00e4h Zweirad dazu bewegen die &#8222;laut ist out&#8220;-Zeit zu beenden und alle anderen Norweger auf dem Campingplatz z\u00fcnftig zu begr\u00fc\u00dfen. Ok es war noch nicht hell, aber daf\u00fcr um so lauter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3592\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_12.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_12\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_12.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_12-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Leider habe ich kein Bild meiner &#8222;explodierenden&#8220; Maschine machen k\u00f6nnen. Ich dachte ja schlie\u00dflich, es sei bitterer Ernst. Aber es war nur ein \u00fcberkochender K\u00fchler, der da einer Zerlegungsarie so \u00e4hnlich sah (jedenfalls von weitem). Ich verlie\u00df jedenfalls fluchtartig den mir zugewiesenen hartgefrorenen Sitzplatz des letzten Einhorns (beim Abschleppen mit Jeans und T-Shirt), als ich im Augenwinkel die angeblichen Explosionswolken meines Mopeds sah. Hinterher bedankte ich mich bei meinem Moped, denn ich war bei der Abschleppaktion sowieso gerade dem Tode n\u00e4her als allen anderen Dingen. Ich wei\u00df nur nicht mehr ob vor Angst oder K\u00e4lte oder Beidem.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3581\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_05.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_05\" width=\"500\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_05.jpg 500w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_05-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Der Tag erwachte, wir wurden das erste Mal schon wieder m\u00fcde aber es ging los. Wir hatten uns f\u00fcr heute viel vorgenommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3593\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_13.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_13\" width=\"799\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_13.jpg 799w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_13-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Auf nach Fjordnorwegen! Das Abenteuer lockt. So meine Denke. Sie sollte wahr werden. So viel Abenteuer hatte ich garnicht erwartet. Schlie\u00dflich war dies nicht unsere erste Reise durchs Auenland \u00e4\u00e4\u00e4hh Nordland nat\u00fcrlich. Die schlappen minus 17 Grad \u00fcberzeugten da auch nicht. Obwohl ich dieses Jahr in Ermangelung eines mobilen AKW keine Heizhandschuhe mithatte, erging es meinen H\u00e4nden erstaunlich gut. Sogar sehr gut! Ja, auch nach so vielen Jahren kann man noch betr\u00e4chtlich dazulernen. Nach anf\u00e4nglichen Problemen mit den kalten Fingern erreignete sich Folgendes. Ich fuhr 10 bis 20 km mit kalten H\u00e4nden. Es wurde immer b\u00f6ser, ich dachte schon ans Anhalten (wer will schon Held spielen), es wurde pl\u00f6tzlich (und unerwartet) meine rechte Hand zusehends warm. Nach weiteren 10 km gings auch links bedeutend besser. Holla dachte ich, jetzt brummt das k\u00f6rpereigene AKW aber.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3582\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_06.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_06\" width=\"594\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_06.jpg 594w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_06-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 594px) 100vw, 594px\" \/><\/p>\n<p>Nach den positiven Erfahrungen mit meinen H\u00e4nden (ja sie konnten also auch Heizen &#8211; nicht heizen, oder was ihr schon wieder denkt!), war ich also stolz wie Hanne, so ganz ohne Stromkram im Bereich der F\u00fc\u00dfe (Meindl, wasserdicht, irgend son Polarzeugs) und H\u00e4nde auszukommen. Schlie\u00dflich habe ich jahrelang auf Strippenzieherei gestanden. Die Stulpen taten nat\u00fcrlich ihr \u00dcbriges. Sie waren aus alter DDR-Produktion \u00fcbernommen (der Schnitt, nicht der Preis) und erf\u00fcllten ihren Zweck ganz ordentlich. F\u00fcr eine Fahrt, danach waren sie leider auch Sonderm\u00fcll. Aber besser als schwarze Finger. Der einzige Wermutstropfen war das fehlende Windschild meiner Adventure. Ganz sch\u00f6n kalt von vorn. Ein St\u00fcck Isomatte, au\u00dfen befestigt, half.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3583\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_07.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_07\" width=\"600\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_07.jpg 600w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_07-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Wir starteten also durch und kamen flott voran. Die Eispisten hatten uns wieder und das altbekannte Driftgef\u00fchl stellt sich wieder ein. Gasgeben im Millimeterbereich und Sonden im Po brachten uns heil \u00fcber die Bahn. Die Landschaft jedoch war schlicht und ergreifend \u00fcberw\u00e4ltigend. Ich hatte nun schon viel vom winterlichen Norge gesehen aber dies war eindeutig die Kr\u00f6nung. Die kleinen Nebenstra\u00dfen (ok es waren auch schon Hauptverbindungsstra\u00dfen, aber nicht die E6) in einer fulminanten Gebirgslandschaft waren einfach herrlich anzusehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3594\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_14.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_14\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_14.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_14-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Das Wetter spielte ebenfalls mit, so dass wir auch alle Einzelheiten der uns umgebenden Bergmassive ins rechte Licht ger\u00fcckt bekamen. Wir spulten die Kilometer Berg um Berg ab, bezwangen dabei etliche P\u00e4sse, T\u00e4ler und Tunnel. Ja Tunnel waren nat\u00fcrlich immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut. man wusste nie, wie es am anderen Ende aussehen wird &#8211; gebirgs- und stra\u00dfentechnisch gesehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3584\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_08.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_08\" width=\"600\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_08.jpg 600w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_08-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>In Laerdal angekommen hatten wir unser Tagesziel schon fast eingesackt. Dachten wir jedenfalls. Es sollte nat\u00fcrlich anders kommen. Aber dazu sp\u00e4ter. Wir erholten uns in Laerdal bei landestypischer Kost (HotDogs) an einer Tanke ordentlich und lie\u00dfen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Es war schon berauschend, zu viert in einem engen Tal auf spiegelglatter Piste zwischen den Zweitausendern auf Seeh\u00f6he hindurchzubollern. In den Tunneln verging einem dann auch H\u00f6ren und Sehen, wenn alle vier Maschinen mal den Hahn so richtig aufmachten. Ich glaub ein bischen Putz rieselte da schon von den verstaubten W\u00e4nden \ud83d\ude09 Die F\u00e4hre in Laerdal war nat\u00fcrlich spannend. Die sch\u00f6ne Fjordlandschaft zwischendurch per Boot zu betrachten war ein zus\u00e4tzlicher Hochgenuss. Es wurde langsam sp\u00e4t, wir mussten uns sputen. Irgend ein Computer hatte was von 220 km berechnet. Die waren hinter dem letzten Tunnel nach der Leardalf\u00e4hre erreicht. Leider aber nicht unser Etappenziel. Als n\u00e4chstes kam dann erst einmal ein richtiger M\u00e4nnerpass. Garnicht so einfach mit dem Gep\u00e4ck und den eisglatten Stra\u00dfen. Der frische Neuschnee und ein paar Tauaktionen durch die Golfstromn\u00e4he machten den letzten Pass dann auch zur Bew\u00e4hrungsprobe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3595\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_15.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_15\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_15.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_15-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Irgendwann waren wir aber doch auf der anderen Seite und trotzdem noch nicht da. Das tolle Routingprogramm hatte sich gr\u00fcndlich verrechnet (wenn ich den erwische) und wir hatten noch ein St\u00fcndchen Fahrt vor uns. In Loen kam en wir dann auch kurz vor dem Dunkeltuten an und mussten nur noch die einspurige Piste zum Campingplatz absolvieren. Unsere Minischeinwerfer halfen uns aber dennoch den richtigen Weg zu unserem hei\u00df ersehnten Ziel zu finden und auf halben Wege begr\u00fc\u00dfte uns schon Bernd am Stra\u00dfenrand. Matz h\u00f6rte das Bollern der Motoren und kam aus seiner urigen H\u00fctte zu uns heruntergelaufen. Alle waren geschafft und gl\u00fccklich diese schwere Etappe sturzfrei gemeistert zu haben. F\u00fcr mich war es eine der schwierigsten Passagen in meiner Norgebefahrung. Unsere Wirtin empfing uns mit herzlich und nach kurzer H\u00fctteneinkehr fanden wir uns alle wieder im Gemeinschaftsraum des Haupthauses. Es war nat\u00fcrlich wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag nach dieser beschwerlichen Etappe. Es gab ein Festessen vom Feinsten: Elch auf Hastenichgesehenso\u00dfe mit Kartoffeln,\u00a0Gem\u00fcse und Tralala. Nat\u00fcrlich mit typisch norwegischem Pudding zum Abschlu\u00df. Den K\u00e4se und Kaffee brauche ich ja nicht zu erw\u00e4hnen. Wir haben jedenfalls nicht aufgegessen. Wahrscheinlich kam deshalb auch den \u00fcbern\u00e4chsten Tag schlechtes Wetter&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3585\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_09.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_09\" width=\"600\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_09.jpg 600w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_09-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Nach kurzen Disskussionen neigte sich der Tag dann relativ schnell seinem Ende entgegen und ein erholsamer Schlaf wiegte uns in einen noch sch\u00f6neren n\u00e4chsten Tag. Ohne Wecker wachten wir in unserem Zimmer auf. Es war noch nicht hell, die ersten Himmelsfetzen waren aber schon durch das Fenster zu sehen. Man konnte im Bett liegen und sah in der Ferne die Spitzen der Gebirgsk\u00e4mme. Etwas Hellblaues schimmerte zwischen zwei Bergr\u00fccken hervor. Noch nicht ganz wach (oder doch ein Bier schlecht gestern abend)? Nichts von dem. Der gr\u00f6\u00dfte Gletscher auf dem europ\u00e4ischen Festland streckte keck seine Zunge in &#8218;unser&#8216; Tal. Tats\u00e4chlich. Nachdem es langsam heller wurde, erkannten wir eine riesige Gletscherzunge, die sich dem See zuneigte. Es war ph\u00e4nomenal!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3596\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_16.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_16\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_16.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_16-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Doch damit nicht genug. Am Fr\u00fchst\u00fcckstisch vor dieser herrlichen Kulisse (Panoramafenster im Haupthaus) kam dann das erste Highlight des Tages zum Vorschein. Ein in vollkommes Pink\/Lila getauchtes Himmeletwas \u00fcber babyblauem Gletscher mit schneebedeckten Gipfeln an einem wildromatisch aufgew\u00fchltem See. Alles stiebte in ansteckender Hektik auseinander um die Kameras zu holen. Die warteten nat\u00fcrlich in den H\u00fctten und dazwischen gab es olympiaverd\u00e4chtige Stunts auf spiegelglatten 45-Grad-Wegen. Aber alle hatten ihre Schutzengel ordnungsgem\u00e4\u00df auf den R\u00fccken geschnallt, so dass innerhalb weniger Viertelstunden das Naturereignis zweimillionenfach auf Zelluloid und Silikonchips gebannt werden konnte. Der Tag fing gut an. Die Schutzengel wurden fester geschnallt und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ging es ab in die Wildnis!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3598\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_17.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_17\" width=\"799\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_17.jpg 799w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_17-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Das Abenteuer k\u00f6nnt ihr im Heft &#8218;Winterfahrer&#8216; lesen (das gab es mal bei www.gespanne.de). Dort gibt es viele Tipps und weitere sch\u00f6ne Berichte. Das Heft ist heute nicht mehr erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen gab es viel zu sehen, wurden einige spektakul\u00e4re Ausfahrten unternommen und nat\u00fcrlich abends zusammen gesessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3599\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_18.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_18\" width=\"800\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_18.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_18-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg erwischte uns dann in den Fjorden noch etwas Regenwetter und es wurde richtig glatt. Das Eis der Stra\u00dfe taute an und an vielen Stellen war es spiegelglatt und entsprechend vorsichtig musste man zu Werke gehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3600\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_19.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_19\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_19.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_19-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>In Oslo war der Regenzauber aber wieder vorbei und das alte Schneewetter hatte uns wieder.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3601\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_20.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_20\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_20.jpg 800w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_20-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Die F\u00e4hrfahrt nach Kiel war wie erwartet feuchtfr\u00f6hlich. Die KTM SXC 625 hatte wie immer alle Strapazen weggesteckt und sah nun nach dem Salzbad in Oslo nicht mehr ganz so taufrisch aus. Fest angebunden schaukelte auch sie \u00fcber das wasser gen Deutschland.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3602\" src=\"http:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_21.jpg\" alt=\"fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_21\" width=\"799\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_21.jpg 799w, https:\/\/www.vesab.de\/wpvesab\/wp-content\/uploads\/fahrzeuge_motorrad_fjordrally_2004_21-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen zuk\u00fcnftigen Fjordrally-Reisenden eine gute Fahrt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Motorradreise Januar 2004 zur 1. Fjordrally &nbsp; Stabkirche Borgund \/ Norwegen (N\u00e4he E16) &nbsp; 1. Fjordrally 2004 Hier ein kleiner Bericht zur allerersten Fjordrally, welche wir 2004 unternahmen. 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