Nikon F2 – Legende

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Nikon F2AS black mit Nikkor 50/1.4

 

70er Jahre?

Ja.
Ich habe vor einigen Jahren ein Experiment begonnen, wieder analog zu fotografieren. In diesem Zusammenhang wurde ich wieder auf die alten Kameras der 70er und 80er Jahre aufmerksam – vor allem der vollmechanischen Versionen. Da ich mit Nikon Kameras fast 20 Jahre fotografiert habe, fiel mir auch wieder die alte F2 ein, die ich einmal gehabt habe. Es war eine schöne F2S, die ich heute noch gern gehabt hätte. Die Kameras sind sehr robust und funktionieren heute noch anstandslos.

 

Mein Artikel ist etwas lang geworden, so dass ich ihn auf 3 Beiträge aufteile (dies hier ist der 1. Beitrag):

1. Beitrag: Versionen der Nikon F2

  • Nikon F2 Photomic Sucher DP-1
  • Nikon F2S Photomic Sucher DP-2
  • Nikon F2SB Photomic Sucher DP-3
  • Nikon F2A Photomic Sucher DP-11
  • Nikon F2AS Photomic Sucher DP-12

2. Beitrag: Motoren für die Nikon F2 

  • Motor MD-1
  • Motor MD-2 fast identisch mit MD-1
  • Motor MD-3 (preiswerte Variante)
  • Motor MD-100 für Nikon F2 HighSpeed I und II

3. Beitrag: Blendensteuerung DS-1EE für DP-2 und DP-3 inkl. Video

  • Ladegerät MH-1 für Blendensteuerung

 

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Nikon F2S chrome mit Nikkor 50/1.4, Motor MD-2 und Batteriepack MB-1

 

Versionen der Nikon F2

Die Nikon F2 wurde von 1971 bis 1980 gebaut und dann durch die F3 abgelöst. Ein Jahrzehnt wurde die Kamera im Gehäuse nur leicht verändert aber durch die Sucher immer weiter entwickelt. Die Sucher, Motoren und das weitere vielfältige Zubehör machten die unverwüstliche F2 zur Profikamera. Insgesamt gab es fünf Grundversionen mit Belichtungsmessung und weitere Sondermodelle:

  • Nikon F2 Photomic ab 1971 mit dem Sucher DP-1
  • Nikon F2S Photomic ab 1973 mit dem Sucher DP-2 (Prototyp ab 1971)
  • Nikon F2SB ab 1976 mit dem Sucher DP-3
  • Nikon F2A ab 1977 mit dem Sucher DP-11
  • Nikon F2AS ab 1977 mit dem Sucher DP-12
  • Sondermodelle z.B. F2 HighSpeed I und II, F2-Data, F2 Titan, F2 Eyelevel mit Sucher DE-1 (ohne Beli)

 

 

Die Gehäuse kann man an den Seriennummern den Baujahren zuordnen. Eine SN mit 71… am Anfang wurd 1971oder 1972 hergestellt, eine SN mit 72… am Anfang 1972 oder 1973 usw., ab 76… aber auch 1975. Das schwankt zum Ende hin etwas. Im Netz kann man die genauen Seriennummernlisten finden.

 

Nikon F2 Photomic Sucher DP-1

Die erste Nikon F2 hatte einen abnehmbaren Sucher DP-1 mit einer Belichtungsanzeige (Nachführung) durch eine Nadel zwischen Plus- und Minuszeichen (neben dem DP-1 gab es auch den DE-1 ohne Beli). Die Belichtungsmessung war mit dem Verschlusszeitenrad und der Blende gekoppelt. Viele Sucher zeigen heute nicht mehr ordentlich an, da die Nadel doch etwas empfindlicher ist als diverse Dioden. Unter dem Sucher befinden sich die auswechselbaren Sucherscheiben. Das Gehäuse ist sehr robust aufgebaut und der Rückdeckel ist seitlich angeschlagen und lässt sich abnehmen. Hier ein paar Daten, die für alle Nikon F2 gelten:

  • alle Zeiten vollmechanisch von B, 1s bis 1/125 dann stufenlos bis 1/2000s
  • Messbereicherweiterung des Belis bis 10s (Sperrtaste am Zeitenrad)
  • Zeiten von 2-10s über Selbstauslöser realisierbar (deshalb auch Messung bis 10s)
  • ASA-Einstellung von 12 bis 6400, Korrekturwerte -0,5 bis +2,0
  • Einschalten des Belis über Aufzugshebel (ein paar Grad schwenken)
  • Aufzugshebel kann in mehreren Zügen betätigt werden (oder in einem Zug)
  • Batterien z.B. 2x LR44 im Boden sind nur für den Beli notwendig
  • Spiegelvorauslösung, Abblendtaste, Selbstauslöser bis 10s, B- und T-Stellung, Auslöserverriegelung

 

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Nikon F2 Photomic mit DP-1 (hat schon Einiges durchgemacht)

 

Die F2 Photomic mit dem DP-1 erkennt man an dem kleinen Fenster der maximalen Blende direkt neben dem NIKON-Schriftzug und am fehlenden Blendenmotoranschluss (die Ausstülpung am Sucher auf der Seite der Rückspulkurbel).
Mit dem DP-1 können nur Nikonobjektive mit sogenannten Hasenohren benutzt werden. Das ist die inoffizielle Bezeichnung für die Blendenmitnehmergabel. Nach dem Ansetzen des Objektivs wird die Blende einmal auf und zugedreht und so dem Sucher mechanisch mitgeteilt, welche kleinste und größte Blende vorhanden ist.
Im Sucher sind Blende und Belichtungszeit sichtbar, sowie die von außen durch das obere weiße Fenster beleuchtete Nadelanzeige. Im Dunkeln jedoch kaum erkennbar, daher gibt es auch eine Beleuchtungseinrichtung mit LED, welche man am Okular außen befestigen kann (nicht sehr toll aber wirkungsvoll). Eine Blitzbereitschaftsanzeige gibt es auch (rote Leuchte).

 

Nikon F2S Photomic Sucher DP-2

Die F2S hat folgende Verbesserungen/Veränderungen im Photomic-Sucher DP-2:

  • statt Nadelanzeige nun Leuchtdioden (Plus/Minus mit Pfeilsymbol)
  • Dioden sind auch auf der Oberseite des Suchers angeordnet (Plus/Minus) also von außen sichtbar
  • Anschluss für die Blendensteuerung DS-1EE (kurz DS-1 Blendenmotor)

 

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Nikon F2S Photomic mit DP-2 in chrome

 

Die F2S Photomic mit dem DP-2 erkennt man an dem höheren Sucheraufbau (extra Aufbau mit kleinen länglichen Fenster vorn). Das Blendenfenster ist nach oben über den NIKON-Schriftzug gewandert und der zusätzliche Anschluss für den Blendenmotor ist erkennbar. Auch der DP-2 benötigt die Blendenmitnehmergabel für eine korrekte Funktion.

 

Nikon F2SB Photomic Sucher DP-3

Die F2SB hat folgende Verbesserungen/Veränderungen im Photomic-Sucher DP-3:

  • schnelle Silizium-Dioden und zusätzlicher Null-Kreis bei Belichtungsabgleich
  • flacherer Sucher (Bauform schon wie DP-12 aber ohne AS)
  • Okularverschluss
  • Anschluss für Blendensteuerung DS1 und DS-2

 

Die Nikon F2SB Photomic mit DP-3 habe ich leider noch nicht. Angebote willkommen.

Die F2SB Photomic mit dem DP-3 erkennt man an dem flacheren Sucheraufbau, also ähnlich dem DP-1. Das Blendenfenster ist nach oben über den NIKON-Schriftzug gewandert und der zusätzliche Anschluss für den Blendenmotor ist erkennbar. Auch der DP-3 benötigt die Blendenmitnehmergabel für eine korrekte Funktion.

 

Nikon F2A Photomic Sucher DP-11

Die F2A hat folgende Verbesserungen/Veränderungen im Photomic-Sucher DP-11:

  • automatische Übertragung der größten Blende – AI
  • alte Objektive ohne AI nur noch mit Arbeitsblende benutzbar

 

Die Nikon F2A Photomic mit DP-11 habe ich leider noch nicht. Angebote willkommen.

Die F2A Photomic mit dem DP-11 erkennt man an dem fehlenden Blendenfenster an der Front und an dem Buchstaben A rechts unter dem NIKON-Schriftzug. Die Mitnehmertechnik für die Blendenmitnehmergabel fehlt ebenfalls, dafür gibt es einen kleinen Schalter neben dem A. Bauform sonst wie DP-1 aber mit zusätzlichem Blendensteueranschluss.

 

Nikon F2AS Photomic Sucher DP-12

Die F2AS hat folgende Verbesserungen/Veränderungen im Photomic-Sucher DP-12:

  • schnelle Silizium-Dioden und zusätzlicher Null-Kreis bei Belichtungsabgleich
  • Dioden sind auch auf der Oberseite des Suchers angeordnet (Plus/Minus) also von außen sichtbar
  • Anschluss für die Blendensteuerung DS-12EE (kurz DS-12 Blendenmotor)
  • automatische Übertragung der größten Blende – AI
  • alte Objektive ohne AI nur noch mit Arbeitsblende benutzbar

 

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Nikon F2AS Photomic mit DP-12 in black
Die F2AS Photomic mit dem DP-12 erkennt man an dem fehlenden Blendenfenster an der Front und an den Buchstaben AS rechts unter dem NIKON-Schriftzug. Die Mitnehmertechnik für die Blendenmitnehmergabel fehlt ebenfalls, dafür gibt es einen kleinen Schalter neben dem AS. Auf dem Sucher befindet sich ein kleiner Schiebetaster, welcher das Licht im Inneren aktiviert. Die F2AS war die fortschrittlichste F2 und die Letzte ihrer Art.

 

Fazit

Die Nikon F2 ist eine tolle Kamera und macht auch heute im digitalen Zeitalter Spaß. Demnächst gibt es evtl. noch weiteres Zubehör auf dieser Seite. Beim Gebrauchtkauf sollte man u.a. auf folgende Sachen achten:

  • Dellen und Beulen weisen evtl. auf Fallschäden hin, starker Lackabrieb auf Profibetrieb
  • Rost im Sucher oder auf der Kamera weisen evtl. auf einen Wassereinbruch hin
  • starke Abnutzung der Filmandruckplatte deutet auf Profibetrieb
  • eine saubere Bodenplatte bei sonst sehr deutlichen Spuren weist auf Profibetrieb hin (oder Austausch)
  • Dichtungen dürfen nicht kleben oder schmieren – sonst ist Wechsel fällig – siehe hier: Anleitung
  • Batteriefachkorrosion kommt von ausgelaufenen Batterien
  • Titanverschluss (beide Seiten und beide Vorhänge) darf keine Spuren haben
  • Zeiten müsen noch sauber laufen (Vergleichskamera verwenden), auch beim Selbstauslöser
  • Sucher testen – oft sind Nadelanzeigen-Sucher DP-1 und DP-11 tot
  • manchmal sind die Belis der Sucher verstellt (lässt sich korrigieren)

Aber auch eine Kamera mit Gebrauchsspuren kann noch lange ihren Dienst verrichten – schliesslich ist sie für Profis entwickelt worden. Wer die Nikon F2 im harten Einsatz sehen will, besorgt sich den Film ‚Under Fire‘ mit Nick Nolte. Da rattert die F2 wirklich den ganzen Film über und der Film ist auch noch sehenswert.

 

 

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