Bremsleitung bördeln

Wenn Bremsleitungen vor sich hin rotten…

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kurz vor Ultimo – lange hätte die nicht mehr gehalten

 

Bei der Überholung der Hinterachse überprüfte ich auch die unzugänglichen Ecken am Unterboden und musste feststellen, dass die Hauptbremsleitung nach hinten eine 15cm lange Problemstelle hatte an einer ansonsten intakten und wie neu aussehenden Leitung. Ich konnte die Schadstelle nur erfühlen, denn sie lag direkt auf dem Rahmen und war sonst nicht zu sehen. Wahrscheinlich lag auf dem Rahmen öfter mal feuchter Dreck und das Wintersalz und konnte die Leitung so angreifen. Der Rost saß schon tief und es hätte in absehbarer Zeit ein Problem gegeben. Meine Empfehlung: Gerade in den uneinsehbaren Ecken öfter mal die Leitungen abtasten.

 

Hinweis: Arbeiten an Bremsanlagen ist nur ausgebildetem Personal gestattet.

 

Es bestand also sofortiger Handlungsbedarf und in Ermangelung einer neuen Leitung kam nur die Reparatur des defekten Stückes in Betracht, da die ganze Leitung doch recht komplex zu biegen ist. Sinnvoll war die Erneuerung der hinteren Hälfte der Leitung, so dass sie im vorderen Teil getrennt wurde.

 

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trennen der Leitung und sauberes Schneiden mit einem kleinen Rohrschneider

 

DIN-F-Bördel herstellen

Neben der SAE-Bördelung (Doppelbördel) kommt meist die DIN-F-Bördelung bei Überwurfschrauben zum Einsatz, welche in einem Arbeitsgang hergestellt werden kann. Dazu wird das Rohrende mit einem Rohrschneider sauber abgeschnitten und entgratet. Anschließend kann die Überwurfschraube aufgesetzt und der Bördel mit einem Bördelgerät gesetzt werden. Wenn der Bördel am Fahrzeug hergestellt werden soll, muss es dafür entsprechend ausgestattet sein. Am besten eignen sich hydraulische Bördelgeräte mit Pumpe dafür. Meist genügen auch Hydraulikgeräte mit Spindel – nicht geeignet sind Billigbördelgeräte mit Flügelschrauben.

Neben dem DIN-F-Bördel gibt es noch den SAE-Bördel, welcher bei Überwurfmuttern zum Einsatz kommt. Die weiteren Varianten, wie der SAE-F-Bördel kommen nur bei älteren Fahrzeugen vor. Der DIN-F-Bördel wird nur einmal gepresst, der SAE-Bördel wird mit zwei Pressungen hergestellt.

Sollte die Ummantelung der Leitung beschädigt sein, können die Klemmbacken nicht richtig arbeiten – hier ist die Leitung komplett zu ersetzen.

 

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eine Überwurfschraube mit Führung für einen DIN-F-Bördel wird aufgeschoben

 

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die Klemmbacken des Bördelgerätes werden bündig auf die 4,75mm-Leitung geschoben

 

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Bördel pressen mit der Hydraulikeinheit

 

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DIN-F-Bördel ist fertiggestellt

 

An dieser Stelle wird die neu zu erstellende Restleitung angeflanscht. Die alte Leitung wurde nun nachgebaut und erhielt an beiden Enden ebenfalls eine Bördelung – am Zwischenstück den DIN-F-Bördel und am Endstück einen SAE-Bördel, welcher die Verbindung zur nachfolgenden Flexleitung herstellt. Die flexiblen Gummileitungen wurden in diesem Zuge gleich gegen zugelassene Stahlflexleitungen von Spiegler getauscht.

 

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die Verbindung verschwindet wieder auf dem Rahmen

 

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die neue Leitung wird an den Flexschlauch angeschlossen

 

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sehr gutes Bördelgerät mit Hydraulikeinheit (Hebel) für DIN-F- und SAE-Bördel

 

Nach dem Erneuern der Leitungen muss die Luft aus dem System evakuiert werden. Evtl. ist auch gleich ein Wechsel der Bremsflüssigkeit sinnvoll, denn diese ist hygroskopisch und altert daher schnell.

 

 

 

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