Knieorthesen Motorrad

Knieorthesen zum Motorrad fahren und für andere sportliche Aktivitäten

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Ortema V8 PRO

 

Warum Knieorthesen?

Auf meinen Touren habe ich oft Geländemotorräder benutzt und ab und zu geht es auch mal offroad durch die Gegend. Aber egal ob Gelände oder Straße, eine Knieorthese schützt gleich in mehrfacher Hinsicht. Bei einem leichten Sturz passiert meistens kaum etwas aber das Knie kann trotzdem stark verdreht werden. Das führt regelmäßig zu Kniegelenkschäden und Bänderrissen. Gerade das Kniegelenk sollte besonders geschützt werden, da es eines der kompliziertesten Gelenke im Körper ist. Auch bei einem größeren Aufprall schützt die Knieorthese, wenn sie entsprechend gebaut ist. Dazu muss sie vor der Kniescheibe eine gedämpfte Aufprallplatte besitzen. Nur zaubern können auch Knieorthesen noch nicht. Die Orthesen können auch für viele andere sportliche Aktivitäten eingesetzt werden.
Ich fahre seit über 10 Jahren mit verschiedenen Knieschützern – nur einmal habe ich alle Schutzsachen nicht angezogen und genau dann ist etwas passiert. Seit dem: Nie mehr ohne. Leider habe ich auch mit ansehen müssen, wie die Knie ohne entsprechenden Schutz nach einem Unfall aussehen…

Folgende Knieschützer und Orthesen habe ich hauptsächlich benutzt:

  • Fox Knieschutz Raptor für aktuell ca. 80 bis 90 Euro*
  • Knieorthesen von Asterisk für aktuell ca. 600 bis 650 Euro*
  • Ortema Knieorthesen V8 PRO Carbon für aktuell ca. 1.970 Euro*

*) Preise 02/2011

 

Es gibt weitere gute Systeme, wie die Ortema XPERT, welche ’nur‘ 985 Euro* kostet und ebenfalls sehr gut schützt.

 

Test der verschiedenen Knieschützer/Orthesen

Ich gebe zu, dass eine Knieorthes gewöhnungsbedürftig ist. Aber man gewöhnt sich an alles und heute würde ich nicht mehr ohne Orthesen losfahren. Hier mal kurz die Vor- und Nachteile des Knieschutzes:

  • Aufprallschutz (Knieschützer, orthesen mit Prallplatten)
  • Vermeidung von Kreuzbandrissen (nur Orthesen)
  • Vermeidung von Innenbandrissen (nur Orthesen)
  • Vermeidung von Meniskusschäden (Orthesen und teilweise Knieschützer)
  • Vermeidung von Knorpelschäden (Orthesen und teilweise Knieschützer)
  • relativ hoher Preis bei Orthesen
  • ungewohnt beim fahren
  • tragen auf durch die Bauweise (je nach Ausführung)
  • im Sommer schwitzt man drunter
  • einige Orthesen lassen sich umständlich anziehen (nicht die hier aufgeführten)

 

Nachfolgend die Ausführungen zu den einzelnen Schützern/Orthesen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die V8 PRO ist mit Abstand die beste Orthese, die ich je gefahren habe.

 

ORTEMA V8 PRO

Die V8 PRO ist noch so neu, dass sie nicht einmal im Ortema-Shop gelistet ist. Ich habe für Testzwecke bereits ein Paar erwerben können und bedanke mich dafür bei Ortema!
Die Orthese besteht hauptsächlich aus Carbon und hat sehr hochwertige Titangelenke eingebaut. Die Bewegungsfreiheit ist dadurch nicht eingeschränkt und die Orthese trägt kaum auf, so dass sie auch unter angepasste Lederanzüge passt. Alle Innenflächen sind gepolstert und drücken auch nicht ohne Unterziehstrumpf. Das An- und Ausziehen klappt dank Klettverschlüsse sehr schnell und trotzdem bleibt die Orthese an ihrem Platz und verrutscht nicht. Das ist leider nicht bei allen Orthesen so. Am Ober- und Unterschenkel sind jeweils ein kleiner und ein großer Klettverschluss vorhanden, welche an der Auflage gepolstert sind. Die Verschlussbänder lassen sich einfach auswechseln, falls sie verschlissen sind. Die Orthese kann durch verschiedene polsterpads jeweils an die Knie angepasst werden. Die Orthese wird in drei Größen hergestellt, ich habe die XL genommen, weil sie am besten passt. Durch den Einsatz der extrem leichten Materialien Carbon und Titan wiegt die Orthese weniger als 500 Gramm und schlägt damit um Längen viele andere Orthesen. Man merkt dies auch beim Fahren, da die Orthese nicht standig nach unten zerrt, sondern sicher sitzt.

 

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ORTEMA V8 PRO in der Größe XL

 

Das Knie wird durch eine sehr bewegliche Prallplatte geschützt, die die Kniescheibe komplett bedeckt (auch seitlich). Ein bewegliches Zwischenstück deckt den Bereich zur oberen Schale ab und trägt zusätzlich zur Beweglichkeit bei. Die Ausführung ist robust genug und verrutscht auch nicht.

 

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untere Schale der ORTEMA V8 PRO

 

Das Carbon ist nur ca. 1 bis 2 Millimeter dick und zusätzlich gepolstert. Auf den Bildern kann man gut die Struktur erkennen. An den beanspruchten Stellen, ist die Schale entsprechend geformt.

 

Asterisk Knieorthese (Cell)

Die Asterisk Cell ist bei mir viele Jahre im Einsatz gewesen und hat trotz einiger Einschränkungen einen guten Dienst getan. Die Orthese ist aus Kunststoff (carbon fiber epoxy matrix laut Hersteller) und as Gelenk aus Edelstahl (vermutet, sieht jedenfalls so aus). Meine erste Asterisk habe ich noch in den USA bestellen müssen, mittlerweile gibt es sie in jedem guten MX-Shop. Die Orthese lässt sich in weiten Bereichen einstellen und anpassen. Es gibt trotzdem unterschiedliche Größen, die man beim Kauf angeben muss. Die Orthese hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist dafür sehr sicher.
Die Nachteile ergeben sich aus der Praxis – dies ist sicher dem günstigen Preis geschuldet. Das Anziehen geht dank Schnellverschlüsse relativ schnell – das erste Mal muss man die Schnürverschlüsse einstellen, diese kann man auch schnell nachziehen. Das ist manchmal auch nötig, weil sie sich ab und an lockern. Damit die Orthese hält, sollte sie schon gut angezogen sein. Dies ist auch der größte Nachteil, denn durch das Eigengewicht und die Konstruktion hat die Orthese ständig das Bestreben, nach unten abzuhauen. Solange man hohe Crossstiefel anhat, liegen die Orthesen dort auf und es geht. Hat man aber kleinere Stiefel an (oder Schuhe), nervt das Herunterrutschen schon sehr. Ich habe über die ganzen Jahre dafür keine Patentlösung gefunden.

 

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Asterisk Cell

 

Beim Kauf sollte man auf die genaue Größe achten und ein Umtauschrecht haben. Am besten vor Ort kaufen und anprobieren (inkl. Probefahrt). Die unteren Schalen können bei größeren Waden seitlich sehr drücken – also aufpassen. Unterziehstrümpfe sind ebenfalls Pflicht, weil es sonst viel zwickt.

 

Knieschützer Fox Raptor

Die Knieschützer können natürlich in keiner Weise mit den Orthesen mithalten, sind aber immer noch besser als die meisten Protektoren in den Hosen. Durch die weit herunter gezogenen Beinschilder kann man sie relativ gut in den Crossstiefeln fixieren. Die Knieschützer sind gut verarbeitet und werden mit Klettbändern und Schnallen fixiert. Die Klettbänder stellt man einmal ein und kann dann die Kletts mit den Schnallen schnell einhaken. Die Schützer sind aus einfachem Kunststoff und die Gelenke bestehen aus primitiven Nieten, die bei einem Aufprall eventuell nicht standhalten.

 

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Fox Raptor

 

Fazit

Ganz klar trägt sich die neue V8 PRO von ORTEMA am besten, was nicht anders zu erwarten war. Bei dem Preis ist selbstverständlich auch die hohe Verarbeitungsqualität mit dabei. Man sieht auch, dass die Orthese in vielen Handarbeitsschritten hergestellt wurde. Wer preislich nicht so zuschlagen möchte, ist mit der Asterisk gut bedient und muss dann mit einigen Einschränkungen leben. Die Fox Knieschützer sind etwas besser als Hosenprotektoren, wenn sie ordentlich fixiert werden. Sie beruhigen aber eher das Gewissen, als dass sie echten Schutz für die Knie bieten.

 

Ich wünsche euch viel Spaß bei euren Touren!

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