Sekonic Studio Deluxe III

Version L-398A

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Zeiger des Sekonic

 

Warum ein analoger Belichtungsmesser?

Für alle Liebhaber der analogen Technik gibt es immer noch einen gutaussehenden und funktionierenden Belichtungsmesser ohne Batterie aber dafür mit Zeigeranzeige zu kaufen. Nachdem die Selenzellen des M-Modells (Sekonic Studio Deluxe III L-398M) nicht mehr beschaffbar waren, hat Sekonic den Beli auf eine Siliziumzelle umgestellt. der Rest blieb gleich und damit auch das Aussehen und die Bedienung.

 

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Sekonic Studio Deluxe III L-398A

 

Ein analoger Belichtungsmesser arbeitet mit einem Zeigerinstrument. Die Erscheinung ist relativ antik. Der Beli wird seit 30? Jahren im gleichen Format hergestellt. Wer alte oder mechanische Kameras benutzt, möchte auch einen entsprechenden Belichtungsmesser dazu benutzen. Ich denke, viele kaufen ihn aus diesem Grund. Einige sind sicher Zeigerinstrumente gewohnt und wollen sich nicht umstellen. Oft wird auch das Argument der Batterielosigkeit ins Feld geführt.

Folgende Vorteile sehe ich persönlich:

  • sehr schönes Aussehen (klassisch)
  • akzeptable Form (nicht zu klein aber vor allem nicht zu groß)
  • Zeiger statt LCD-Display
  • keine Batterien notwendig
  • sehr einfache Bedienung
  • Nullpunkteinstellung ebenfalls sehr einfach
  • robuste Gehäusebauweise (viel Metall)
  • einfache Messwertspeicherung
  • alle möglichen Zeit/Blendenpaare sofort im Blick

 

Leider gibt es nicht nur Vorteile und wer mit dem Sekonic arbeiten möchte, sollte auch die Nachteile kennen:

  • sehr unempfindlich (Hersteller gibt LW 4 an, nutzbar bis max. LW 6 meiner Meinung nach)
  • fummelige Umstellung des Messbereiches mittels Einsteckblende
  • Beschriftung der Skalen relativ klein
  • Genauigkeit im unteren Bereich durch kleine Abstände der Skalenteilung schlecht
  • sehr dick im Vergleich zur Größe und teilweise kantig (Skalenräder)
  • Objektmessung erst ab LW 9 (das ist sehr hoch)
  • stoßempfindliches Spulenelement (leider bei jedem Zeigergerät so)

 

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Belichtungsmesser out of the box mit allen Zubehörteilen (zwei Messkalotten fehlen hier)

 

Technik und Bedienung des Sekonic

Der Beli ist mit einem Drehspulwerk ausgestattet, welches über die amorphe Siliziumzelle angesteuert wird, also ein einfacher Spannungsmesser, welcher über Elektronik zur richtigen Anzeige gebracht wird. Bei höheren Lichtwerten wird einfach eine Metallblende in einen Schlitz vor die Zelle geschoben und so nur ein Teil des Lichtes verwertet.

 

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Die Bedienung ist relativ einfach. Zuvor das gerät auf Null stellen, in dem man die Kalotte lichtdicht abdeckt (Stoff) und dann hinten mit einer Münze den Zeiger auf Null stellt. Den metallenen Messknopf in der Mitte entweder auf Dauerbetrieb stellen oder auf Messwertspeicherung. Dazu kann man den Knopf etwas eindrücken und drehen. Ich bevorzuge Messwertspeicherung. Die Dauermessung macht eigentlich nur Sinn bei Kontrastmessungen. Dann kann man messen (Lichtmessung mit Kalotte):

  • ISO-Wert (im kleinen Fenster) einstellen
  • Messtaste drücken (runder Knopf in der Mitte) und nach Messung loslassen (Zeiger ist auf dem Wert arretiert)
  • die große schwarze Scheibe so verdrehen, dass der gemessene Wert über dem schwarzen Dreieck steht (hier gerade 160)
  • Achtung: bei eingesteckter Metallblende muss der Wert über dem roten Dreieck mit dem H stehen (hier gerade bei 5)
  • Belichtungspaar wählen (hier könnten jetzt z.B. 1/30 Bl. 8 oder 1/125 Bl. 2,8 gewählt werden)

 

Korrekturen können über die plus und minus-Werte neben den Dreiecken berücksichtigt werden. Das Messen geschieht einhändig, denn Druck auf den Knopf und Drehen der Scheibe lässt sich mit einer Hand gut bewerkstelligen.

 

Hier die Technischen Daten:

  • Messarten: Licht- und 40°-Objektmessung
  • Messbereich (ISO 100/21°)
  • Lichtmessung: LW 4 bis 17 (Dauerlicht)
  • Objektmessung: LW 9 bis 17 (Dauerlicht)
  • Filmempfindlichkeit: ISO 6/9°bis 12.000/42°
  • Verschlusszeiten: 1/8000 Sekunde bis 60 Sekunden
  • Blendenwerte: 0,7 bis 128
  • Lichtwerte: 1 bis 20
  • Beleuchtungsstärke: 0 bis 1250 Footcandle
  • Abmessungen: 58mm x 112mm x 34mm (Breite x Höhe x Tiefe)
  • Gewicht: 190g

 

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Kalotte kann insgesamt um 270 Grad gedreht werden

 

Statt Lichtmessung kann man auch die Objektmessung verwenden. Dazu steckt man eine andere Kalotte auf. Für flache Objekte gibt es nich eine extra flache Lichtmesskalotte.

 

Weitere Belichtungsmesser:

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