Yaesu VX-8DE

Handfunkgerät Yaesu VX-8DE für den Amateurfunk

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Hinweis: Der Mod zur Frequenzerweiterung ist am Ende des Artikels zu finden.

Handfunkgeräte

Der Einsatz von Handfunkgeräten erfolgt normalerweise im BOS-Sektor, bei Einsatzkräften, auf Events und im privaten Bereich mittels PMR und Co.

Dann gibt es da noch den Amateurfunk und hier spielen Handfunkgeräte für die Kommunikation bei Treffen, auf Field-Days, Contesten oder unterwegs eine wichtige Rolle.
Zwei Bereiche sollte man hier unterscheiden: Kurzstreckenfunk (meist 70cm und 2m aber auch PMR im 70cm-Bereich) und Langstreckenfunk, also Kurzwelle, vor allem in den längeren Bändern. Handfunkgeräte für den Kurzwellenfunk sind rar gesät und normalerweise wird über diesen kleinen Geräte nur Funkkommunikation im Nahbereich bis 50km abgewickelt. Wenn man im UKW-Bereich Relais benutzt, dann kann man die Reichweite extrem steigern, da man das nächste Relais anfunkt – eine automatische Station – welche meist erhöht steht und die Signale dann weiter gibt. Dadurch und durch Kopplung von Relais kann man sehr weite Verbindungen auch mit Handfunkgeräten erreichen – auch mehrere hundert Kilometer.

Für den Kurstreckenbereich möchte ich das Yaesu VX-8 vorstellen, da ich es schon einige Jahre benutze. Ein sinnvolles und robustes PMR-Gerät für die Kommunikation auf Events – z.B. für die Organisatoren – stelle ich in einem extra Artikel vor.

 

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Yaesu VX-8DE (DE steht für europäische Version, die anderen Versionen sind baugleich nur in den Frequenzen etwas anders)

 

Gründe für die Auswahl

Warum habe ich dieses Gerät gewählt? Einige Geräte sind schon durch meine Hände gegangen in den letzten 15 Jahren.

 

1. Hauptgrund

IPX7. Das Gerät kann für 30 min 1m unter Wasser sein. Das ist also mal echt für Outdoor geeignet. Da komplexe Technik verbaut ist, sind die größten Feinde Wasser, Staub und Stöße. Das gerät war schon oft nass und im Regen habe ich unzählige andere Modelle absaufen sehen. das VX-8 hat immer durchgehalten. Man muss aber alle Gummiteile immer gut verschließen.

2. Sehr robust.

Entspricht zwar nicht einer MIL-Norm, kommt her gut in die Nähe. Alle Bedienteile funktionieren seit Jahren einwandfrei. Viele Tasten sind gummiert abgedeckt. Es gibt keine Ecken und Kanten.

 

3. Extrem klein.

Kleiner geht es nicht bei dem Funktionsumfang. Es hätte ruhig weniger Funktionen haben können. Ein zwei sinnvolle Knöpfe hätte auch direkt drauf sein können, z.B. Lautstärke.

 

4. Sehr sinnvolle Kanalraster

Z.B. 8,33 kHz für Flugfunk und noch viel wichtiger 6,25 kHz für den PMR-Bereich (ist verboten in Deutschland).

 

5. Haltbarkeit

In diversen anderen und eigenen Tests bin ich von der Haltbarkeit überzeugt. Alle anderen Handfunken sind bei mir wieder rausgeflogen.

 

6. Leistungsfähige Wechselakkus

Li-Ion sind vorhanden und viel wichtiger: externe 12V-Stromversorgung ist möglich, was bei vielen anderen Geräten nur über externe Wandler geht.

 

7. GPS-System

Kann zumindest als Backup verwendet werden. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, vor allem, wenn man APRS ins Spiel bringt. Das GPS-Modul wird aufgesteckt oder am Handmikro befestigt.

 

8. Notlichtfunktion

Gruppenfunktion usw., also ein paar Sachen, die ich hier nicht weiter beschreibe aber ganz nett sind.

 

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Trotzdem – wo Licht ist, ist auch Schatten:

  • Funktionsumfang ist zu groß (laufend Handbuch konsultieren)
  • einige wichtige Knöpfe sind der Miniaturisierung zum Opfer gefallen (Rauschsperre, Lautstärke)

 

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extrem schmal gebaut

 

Ansonsten sind natürlich jede Menge Spielereien verbaut, die in meinen Augen eher ablenken aber manchmal auch für Freude sorgen, z.B. APRS und andere Schmankerl.
Das 6,25-kHz-Kanalraster mach das Teil im Notfall natürlich sehr universell, da auch der PMR-Bereich problemlos eingeschlossen wird. Schnell die acht Kanäle programmiert und schon ist man der Held im Erdbeerfeld, da die Leistung natürlich mit 5W weitaus höher liegt als bei den klassischen PMR-Geräten.
Außerdem kann man mit einer kleinen externen Antenne noch einmal extrem viel mehr Reichweite erzielen – z.B. mit einer 70cm-Antenne auf dem Autodach.
Klar ist das in Deutschland verboten aber wenn ein Notfall eintritt, kann man das trotzdem nutzen um Gefahren abzuwehren oder zu helfen. Das Gerät darf auch nur von Funkamateuren verwendet werden und natürlich nur in den freigegeben Frequenzbereichen.

 

Hier ein Link zu einem ausführlichen Dokument (englisch) von Thiecom (auf der Thiecom-Seite steht auch genug zur technischen Seite des Gerätes): VX-8DE

 

Modifikation für den erweiterten Sendebereich

Man kann das deutsche und auch andere VX-8 im Sendebereich erweitern. Beim anschließenden Neustart sind alle vorher gespeicherten Informationen natürlich weg. Ich habe die einprogrammierten Daten auf dem Computer und anschließend wieder aufgespielt. Wer am Gerät herumfummelt, macht das auf eigenes Risiko. Die Garantie dürfte weg sein danach 😉

 

Erweiterter Frequenzbereich in MHz:

  • 50-54 (war vorher auch so)
  • 140-174 (war vorher 144-148)
  • 222-225 (nur amerikanische Geräte)
  • 420-470 (war vorher 430-440)

 

Schritt 1

Batterie ausbauen und den Aufkleber am Gerät entfernen, der vor der Öffnung sitzt. Auchtung: man benötigt einen neuen Aufkleber, da sonst die Wasserdichtigkeit IPX7 nicht mehr gewährleistet ist. Ein Aufkleber wird normalerweise mitgeliefert.

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Aufkleber entfernt – Gerät ist jetzt offen bei der Platine

 

Schritt 2

Den Widerstand lokalisieren, welcher neben dem Bluetooth-Plug auf der Platine zu finden ist.

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Schritt 3

Den Widerstand mittig trennen – mit einem stabilen spitzen Gegenstand bzw. einer Pinzette.

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Hier noch einmal in der Vergrößerung:

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Bitte denkt daran, dass bestimmte Frequenzen in Deutschland nicht genutzt werden dürfen. Also immer im gesetzlichen Rahmen bleiben.

 

 

 

  8 comments for “Yaesu VX-8DE

  1. Pingback: ODF: gute Idee
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  3. Klaus
    27. Oktober 2014 at 19:28

    DE steht für Europa und nicht für Deutschland und die GPS Funktion ist nicht eingebaut sondern Optional.

  4. vesab
    27. Oktober 2014 at 19:47

    Ja das stimmt. Das GPS-Modul ist außen angebracht bzw. am Mikro dran. Hab das mal geändert.

    • Klaus
      27. Oktober 2014 at 19:52

      Ansonsten wirklich ein schöner Bericht 🙂

  5. vesab
    27. Oktober 2014 at 19:57

    Danke! 😉

    Ich versuche immer möglichst viele Bilder und Informationen zu verpacken. Da schleichen sich ab und an auch mal ein paar Fehler ein…

    cu Tom

  6. Serpens
    1. August 2016 at 22:44

    Sie benutzen ein Amateurfunk Gerät als PMR. Nicht zugelassen. Was denken sie sich eigentlich?

    • vesab
      1. August 2016 at 22:52

      Guten Tag lieber OM (falls Sie denn einer sind),
      da sie den Beitrag sicher genau gelesen haben, ist Ihnen aufgefallen, dass dort darüber berichtet wird, dass der Einsatz als PMR-Gerät in D verboten ist (gleich zwei mal). Es steht selbstverständlich auch nicht dort, dass ich das VX als PMR-Gerät verwende. Das haben sie dazu gedichtet. Ich habe nur erklärt, dass es im NOTFALL auch auf der PMR-Frequenz eingesetzt werden kann. Was in einem NOTFALL erlaubt oder nicht erlaubt ist, dürfen Sie gern im grossen Internet nachlesen. Da ich länderübergreifende Notfunkübungen leite, hab ich das schon getan.
      Schöne Grüße und beste Verbindungen

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