Kitesurfen Saal

Kiten am Bodden in Saal

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Was tun, wenn man wieder Sport treiben will? Genau, auf keinen Fall Laufen, Fahrrad fahren, Fitnessstudio oder ähnlich nahe liegende Sachen anfangen! Irgendwie brauche ich beim Sport immer etwas mehr Aktion. Nachdem ich bei einem Freund ein Kiteboard an der Wand gesehen habe, war es klar – Kiten könnte infrage kommen.

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Die Erzählungen meines Freundes hörten sich nach sehr viel Spaß an. Nur einfach so kiten gehen, war wohl nicht. Also den Mac angeschmissen und mal recherchiert, was hier an der Ostsee so los ist. Das erste, was mir aufgefallen ist: es gibt unzählige Spots, also Stellen am Wasser, wo kiten möglich ist in meiner meiner Nähe. Schon mal gut. Dann viele Videos angesehen und die Entscheidung stand fest – Kitesurfen soll es sein. Nicht dass ich auf Idee käme, dass so etwas auch schwierig sein könnte – das fiel mir erst später auf.

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Der nächste Schritt war die Suche nach einer Kitesurfschule, denn ich erkannte sehr schnell, dass das kein do-it-yourself-Programm werden könnte. Mitten in der Hochsaison des Kitens war das eine super Idee. Zwei, drei Möglichkeiten gab es dann aber doch – und ich entschied mich für die sympathischste Stimme am Telefon: Supremesurf in Rostock. Bis heute bin ich mir sicher: das war die richtige Entscheidung. Ich buchte eine Kitecamp für eine ganze Woche, also 5 Tage jeweils 3 bis 5 Stunden am Tag. So ganz habe ich das nicht verstanden, denn wir waren immer den ganzen Tag an der Surfstation – ob Wind war oder nicht. Ein Problem hatte ich aber noch. Kann man mit über 50 überhaupt kitesurfen? Die Antwort auf meine Frage war: unser ältester Teilnehmer war 84 Jahre alt. Ok, da hatte ich also noch etwas Zeit.

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Das Kitecamp

Null Ahnung – meine Voraussetzung für das Camp konnte nicht besser sein. Ich wusste zwar, was Luv und Lee war – vom Segeln – aber der Rest war erst einmal völlig neu. Morgens trafen wir uns am Surpreme-Surfbus in Saal am Bodden. Die erste Überraschung: ich war nicht allein in meinem Alter – noch ein Teilnehmer war meine Altersklasse und selbst ein Trainer war nicht mehr 20 Jahre. Unser kleines Campteam war gut gemischt und ich hätte nie gedacht, dass innerhalb einer Woche so eine gute Stimmung zwischen uns entstehen kann. Selten habe ich eine so anstrengende und gleichzeitig lustige Woche erlebt und es war echt schade, dass nach einer Woche viele von uns wieder nach Hause mussten, weil Arbeit, Studium oder Schule warteten. Lachtechnisch war der Besuch der Wakeboardanlage wohl der Höhepunkt – selten so viel gelacht und Spaß gehabt.

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Nicht das der Surfbus im Kitecamp eine Luxusoase war – cateringtechnisch eher das Gegenteil – aber die Stimmung war immer perfekt und dass, obwohl der Wind doch nicht immer so gut gelaunt war, wie wir. Wer Hunger hatte, wurde aber trotzdem satt – Bockwurst und Sandwich waren angesagt – halt nicht das vegetarische Programm 😉

Gestaunt habe ich, als wir nach einer Stunde Einweisung gleich auf das Wasser durften – der Wind war gerade da und die Aussichten für die nächsten Tage waren mau, da hieß es, nutzt die Chance! Also gab es auch gleich einen 12er Kite und wir durften diesen großen Drachen im Wasser bezähmen. Da es böig war, kam der Spaß auch nicht zu kurz, denn wir hatten relativ schnell spitz bekommen, dass der Russenstart so ungefähr das Beste bei wenig Wind war, was man mitnehmen konnte. Selten so geflogen – ok, die Trainer waren davon nicht immer begeistert…

Leider dauerte unser Camp nur eine Woche – ich hätte gern eine zweite Woche dran gehängt, denn alle Campmitglieder waren echt Spitze.

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Der lange Weg

Nach dem Camp hatte ich mir eine kleine Grundausrüstung für das Kiten zugelegt, so dass ich allein aufs Wasser konnte. Die erste Zeit bin ich immer raus gegangen, wenn die Trainer mit den neuen Kiteschülern ebenfalls draußen waren, so dass schnelle Hilfe sicher war. Außerdem hatte ich in der ersten Zeit immer eine Absprache mit Claas, dem Stationsleiter getroffen, dass er mich zur Not auch mit dem Boot wieder aus dem Wasser fischt, was für den Anfang doch sehr beruhigend ist.

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Claas – Stationschef – hier im Surfbus

 

Nach zwei weiteren Wochen klappte dann auch er Wasserstart immer besser und die ersten 100 Meter waren drin. Der Wind in Saal ist bei eher südlichen Winden doch etwas böig (durch den nahen Wald), so dass ich in dieser Zeit auch immer wieder Flugeinlagen hatte und das Wasser des Boddens ausgiebig abschmeckte.

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Trainer Sebastian beim Kite landen

 

Nach nunmehr vier Wochen klappt es auch gut aufs Brett und das nächste Lernziel sind die Wenden. Bis zu den Sprüngen aus den Videos wird es wohl noch eine Weile dauern aber irgendwann klappt das auch…

 

Noch ein Wort zu Supreme

Meine Ausrüstung habe ich dann naheliegend im Supremshop gekauft. Da ich auch gebrauchte Sachen kaufe, bin ich insgesamt recht günstig gefahren, da man als Campschüler schon gute Prozente bekommt. Die Beratung im Shop war erstklassig, was ich erst nach einiger Zeit evaluieren konnte. Als ich meinen Neo im Shop kaufte, musste ich mich regelrecht hinein quälen und ich war mir sicher, dass der zu eng ist (meine Erfahrungen vom Tauchen her). Aber Eike meinte nur: „bist doch reingekommen – passt, auf keinen Fall größer kaufen“. Ich hielt das erst für einen Scherz aber mittlerweile bin ich froh, diesen extrem engen Anzug gekauft zu haben. Er lässt sich jetzt halbwegs schnell anziehen und schlabbert im Wasser nicht umher. Beratung hat also gepasst.

Ein letztes Wort zu den Trainern: Immer gut gelaunt und geduldig. Bin ja selbst Trainer und weiß, wie schwer das manchmal ist. Ich mach zwar hier Werbung aber die Jungs und Mädels haben das verdient.

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Arne – als Trainer immer cool 😉

 

Hier ein kurzer Videoschnipsel:

 

Ein paar Impressionen

 


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