1996 Winter und Motorrad?

so begann alles…

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November 1996

Draußen Regen und starker Wind. Es ist ungemütlich in Deutschland und drinnen in der warmen Stube halte ich eine Ausgabe der neuesten Gespannzeitung in der Hand. Endlich wieder was zum Lesen denke ich und mache es mir auf dem Sofa bequem. Ein Bericht erzählt über die Abenteuer einer Norwegenreise im Winter. Ein tolles Foto denke ich – ein altes Guzzigespann mit einem riesigen Beiwagen fährt auf einer völlig verschneiten Strasse bei herrlichem Sonnenschein entlang. Das Gespann ist völlig mit Schnee bedeckt und es sind die Kälte und gleichzeitig die warmen Sonnenstrahlen im Bild förmlich zu spüren. Der Fahrer ist völlig eingemummt und ebenfalls schneeweiß. Ein paar Verrückte denke ich, lese aber gespannt weiter. Da ist von Schneesturm und eisiger Kälte die Rede. Eine kleine Gruppe hat sich aufgemacht, um ein Treffen in Norwegen zu besuchen. Und das mitten im Winter. Geschichten über eingefrorene Bikes, lustige Abenteuer im Schnee, Pannen und tiefgekühlte Werkzeuge. Gemütliche Runden auf einem Treffen und einsame Hütten im Wald. Die Jungs haben schon eine abenteuerliche Reise hinter sich, dass ist der Eindruck nach dem Artikel.

 

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Tage später. Mich lässt dieses Bild der verschneiten Guzzi einfach nicht los. Warum fahren ein paar verrückte Motorradfahrer im Winter nach Norwegen? Ich durchsuche meine alten Motorradzeitungen und finde einen weiteren Artikel über die Norwegenenthusiasten. Wieder verschneite Motorräder und durchgefrorene Gestalten an irgendeiner verlassenen Strasse mitten in Norwegen. Dazu Sprüche wie: „Gespannfahren macht erst im Winter richtigen Spaß!“.

 

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Irgend etwas muss diese Leute nach Norden ziehen, aber was? Ich versuche mehr über die Winterfahrer und ihre Ziele herauszufinden. Leider gibt es nicht sehr viele Informationen und jeder erzählt etwas anderes. Die haarsträubensten Geschichten werden mir aufgetischt. Ich stoße in den folgenden Tagen auf eine interessante Adresse …

 

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Draußen hat die Nacht schon begonnen, es ist relativ warm und sternenklar. Eine unwahrscheinliche Stille umschließt die Hütten und den Wald. Der Mond beleuchtet die Schneelandschaft. Am zugefrorenen Fluß kann man in der Ferne die Silhouette der Berge deutlich erkennen. Das blaue Licht der Brückenbeleuchtung wirft lange Schatten auf den weißen Schnee. Der Fluß ist zugefroren und ein paar einsame Autospuren verlieren sich in einiger Entfernung. Irgendwo dahinten muß eine andere Brücke sein, denn zwei kleine gelbe Punkte wandern über das Eis. Als Großstädter kann man diese Ruhe erst nach einigen Tagen begreifen. Wir reden an diesem Abend noch bis tief in die Nacht hinein und lassen noch einmal die schönen Erlebnisse der heutigen Fahrt aufleben. Das ganze sollte jedoch erst der Anfang sein …

 

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