5. Fjordrally 2008

Motorradreise 2008 Norwegen 5. Fjordrally

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KTM SXC im Jostedal im Februar 2008

 

5. Fjordrally 2008 in Norwegen

Auch die 5. Fjordrally war wieder ein interessantes Erlebnis. Gutes Wetter, schöne Landschaften und ein Wiedersehen mit alten Freunden waren im Programm. Die neuen Teilnehmer der Fjordrally hatten gute Storys mitgebracht und es wurde an den Abenden bis in die Nacht geklönt. Die Anfahrt war schwierig, denn die Straßenverhältnisse waren manchmal nicht ganz einfach. Aber seht selbst.

 

Daten und Fakten

  • Zeitraum unserer Fahrt: 1. bis 14. Februar 2008
  • Termin 5. Fjordrally: 7. bis 10. Februar 2008
  • Ort: Hotel Gjerde im schönen Jostedal am gleichnamigen Gletscher
  • Teilnehmer der 5. Fjordrally: Andrea, Joe, Rudi, Maddin, Shorty, MarQus, Marcus, Ferdinand, Björn, Popi und Tom
  • Motorräder: Yamaha, BMW, Honda, KTM von 600 bis 1200 ccm, MZ
  • Erlebniswert: ‚rutschig ;)‘ und empfehlenswert

 

kleine ‚Vor-Tour‘ mit Joe, Popi und Tom

Popi, Joe und ich starteten zu einer kleinen Vorrunde durch Fjordnorwegen. Wir wollten wieder neue Strecken unter die Räder nehmen und sind daher etwas früher losgefahren. Wie immer war der Ausgangspunkt ein kleiner Ort vor Kiel. Die letzten Arbeiten waren natürlich noch nicht abgeschlossen, so dass jeder noch etwas zu basteln hatte. Um die Aufregung zu bekämpfen nahmen wir am Abend etwas zur Beruhigung ein 😉

Die Fährfahrt war unspektakulär und wir verzogen uns in Anbetracht der nächsten anstrengenden Tage früh in unsere Kojen zurück.

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Die Drei von der Tankstelle…

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Oslo empfing uns mit Schnee und einigen Graden unter Null

Fahrt nach Gol und erste Probleme

Wir verließen die größte Stadt Norwegens schnell, denn unser erstes Ziel war Gol. Dort hatten wir im letzten Jahr einen schönen Hüttenplatz entdeckt, der ganz nach unserem Geschmack war. Die Hütten waren groß und komfortabel, dabei aber im Preis noch annehmbar. Am Morgen nach der ersten Nacht erspähten wir einen Elch, der direkt vor der Hütte die Bäume kahl fraß. Auf dem Platz hatte er seine Spuren hinterlassen. Jeder kleine Nadelbaum war lupenrein abgeerntet. Es standen nur noch die Strünke in der Gegend herum…

Erste Probleme gab es am ersten Morgen in Gol. Das Thermometer kratzte die 20er Marke weg und zum Frühstück waren es noch 17 Grad minus.Popis alte Zweiventiler-BMW sprang zögerlich an, machte aber keine Probleme. Die KTM ließ sich auch relativ schnell übberreden. Die beiden Mopeds bellten um die Wette und wurden langsam wärmer. Nur die große KTM von Joe war nicht so leicht zu übberreden. Dies war ihr erster Wintereinsatz und so zickte sie erst einmal herum. Joe hatte in Ermangelung von Lust die alte Batterie nicht ausgetauscht und nun kam die Quittung. Nichts ging mehr. Im Hüttendorf durften wir in die Waschküche, um eine Fehlersuche vorzunehmen. Doch trotz Fremdstart mit dem Auto von nebenan rührte sich nichts. Wir beschlossen weiter nach Hafslo zu fahren, um die Hütten dort zu sichern. Joe besorgte den Hilfsdienst. Hätten wir geahnt, dass die Reparatur nicht lange dauern würde, wären wir dort geblieben. So folgte uns Joe mit einigen Stunden Verspätung.

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erste Rast

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Eiszapfen trotz 70 Grad Motortemperatur

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Einkauf gesichert

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Elchalarm

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Joe’s KTM zickt

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Ersatzbatterie ist dabei 😉

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Hilfe von Einheimischen naht

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abends war Joe noch guter Dinge…

 

Hafslo ruft

Die Fahrt nach Hafslo war schnell und von schönem Wetter begleitet. Schnee und Regen blieben fern. Die Temperaturen lagen fast immer unter 10 Grad minus, nur am Fjord war es wärmer.

In Borgund ließen wir es uns nicht nehmen, einen Abstecher zur berühmten Stabkirche zu unternehmen. Die Holzkonstruktion ist eine der am besten erhaltenen Stabkirchen in ganz Norwegen. Wie immer war weit und breit kein Tourist zu sehen und wir hatten die Kirche für uns. Leider war sie auch wieder geschlossen. Im Winter verläuft sich kaum jemand hierher.

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Stabkirche Borgund

Wir kamen frühzeitig in Haflso an und plünderten noch den Sparmarkt. Die gekauften Bierflaschen passten wieder in keine Tasche. 1,25 Liter sind als Flaschengröße in Deutschland auch etwas ungewöhnlich. Die Gegend um den See war wieder sehr verschneit. Auf dem Dach unserer Hütte lag ein halber Meter Schnee und Sonne und Wolken wechselten sich am Himmel ab. Die verzauberte Winterlandschaft machte mächtig Eindruck. Mitten im Meditieren (mit den großen Bierflaschen) platzte Joe in die Szenerie. er hatte sich ebenfalls beeilt und war noch früh am Abend in Haflso.

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Fährfahrt über den Fjord bei Laerdal

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Einkauf bei Spar

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Ankunft in Haflso

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Hütte, perfekte Landschaft, Moped

 

Das Jostedal empfängt uns

Die Temperaturen steigen, die wärmere Luft bringt Schnee mit sich. Die Fahrt nach Gjerde dauert deshalb doch etwas länger als geplant. Durch das Tauwetter am Sogndalfjord brechen die Eisschichten auf den Straßen auf und alles fährt sich wunderbar eierig. Nichts geht mehr so, wie geplant. Spurrinnen und Eisabbrüche geben die Richtung vor. Die Räder springen hin und her und bringen den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen. Der Schnee verdeckt die Rillen und macht das Ganze zum unkalkulierbaren Abenteuer. Die Sicht leidet durch den Schnee. Die Hand vom Lenker wegzunehmen verbietet sich eigentlich, aber irgendwann braucht man mal wieder freie Sicht, sonst geht es direkt in den Fluss. Nach ziemlichem Geeier kommen wir trotzdem unbeschadet im Hotel an und gönnen uns ein Zielbier (oder zwei).

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Popi nach der Schneefahrt zum Hotel im Jostedal

Der nächste Tag bescherte uns schönes Wetter und wir fuhren zu Filmaufnahmen die Gletscherstraße hinauf. Weit kamen wir nicht. Irgendwann kam der Schneeschieber nicht weiter und drehte einfach um. Wir standen im weißen Nichts und ringsherum waren 2000er mit Gletscherzungen zu sehen. Alles war eingepudert. Trotzdem konnten wir in den Dorfstraßen schöne Aufnahmen machen. Der Untergrund eigenete sich gut zum Driften. Ein kleines Rennen lieferten wir uns mit einem Einheimischen, der seinen vierradangetriebenen Kleinwagen ordentlich antrieb.

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überall dicke Eis- und Schneeplacken

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wieder einmal Schnee ohne Ende

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die Schneelasten wurden zu groß

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Hotelzapfen

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hier war definitiv Schluss

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wieder Schneetreiben
Auch landschaftlich wurde uns wieder eine Menge geboten. Immense gefrorene Eiszapfen, verschneite Tunneleingänge, Puderzuckerberghänge, Schneewände und schöne Lichtstimmungen.

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Eiszapfen im Jostedal

Die 5. Fjordrally beginnt

Durch die schwierigen Wetterbedingungen wurde die Anfahrt zum Hotel eine echte Herausforderung. Nicht nur die letzten 30 Kilometer waren extrem, auch die normalen Straßen fuhren sich schon sehr schwer. Der Schnee blieb und deckte immer wieder die schlechten aufgebrochenen Eisstraßen ab. Die Spurrinnen führten zu Stürzen und forderten ihren Tribut. Spiegel, Blinker und andere nicht unbedingt notwendige Anbauten wurde teilweise abgeworfen um Gewicht zu sparen. Aber es sollte nicht wirklich helfen. Manche Stulpen nahmen die horizontale Lage auch nicht klaglos hin. Wir erwarteten die ersten Teilnehmer gegen 15 Uhr und wollten um 18 Uhr essen. Gegen 17 Uhr war noch kein Teilnehmer da. Wir verschoben das Essen auf 19 Uhr, eine halbe Stunde später dann auf 20 Uhr. Die Funktelefone liefen heiß. Erste Infos kamen von Shorty. Gruppe ‚Shorty‘ war noch ein Ende weg, so dass wir das Essen sicherheitshalber auf 21 Uhr verschoben. Um halb Acht dann die erste freudige Überraschung. Maddin, Marcus und Rudi liefen ein (Rudi kam 3 Minuten vor den anderen am Hotel an, was an seiner risikoreichen und professionellen Fahrweise lag). Inzwischen gab es auch weitere Infos von Andrea. Irgendwie gab es Schwierigkeiten mit ihrer Maschine. Ca. 16 Kilometer vor dem Hotel ging es nicht weiter. Es war schon lange dunkel und die Nerven lagen bei allen Fahrern blank. Rudi schwang sich auf seine Maschine und fuhr Andrea entgegen. Ein Moped der Polarbiker streikte. Sie waren noch 20 km vor Gjerde. Das Essen wurde auf 22 Uhr gelegt. Gegen 9 Uhr trudelte der Rest der Mannschaft ein (Ferdinand, Markus, Björn, Shorty). Andrea und Rudi waren einige Minuten vorher da. Ein paar blaue Flecken waren mit von der Partie.
An diesem Abend wurde noch geklönt und die Schwierigkeiten wuchsen mit jedem Bier. Doch die Fahrt steckte allen in den Knochen, so dass wir uns früh in die Betten verkrochen. Der nächste Tag sollte schönes Wetter versprechen.

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Wartezeit wurde mit viel Kaffee überbrückt

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Rudi ist am Ziel (19:27 Uhr)

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Marcus und Maddin sind auch da (19:30 Uhr)

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alle ziemlich fertig

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morgens wieder Neuschnee

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räumen, räumen, räumen
Am nächsten Tag standen eine Ausfahrt, Bierrunde im Freien und der Klönschnack am Abend auf dem Programm. Das Wetter hätte besser sein können, aber das stört einen Fjordrally-Fahrer eh nicht besonders. Der Schneefall hatte nachgelassen und wir fuhren eine Runde durch die anliegenden Dörfer. Natürlich war wieder etwas Gaudi dabei. Das Fahren ohne Gepäck ist außerdem viel einfacher.

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Ausfahrt durch die Dörfer

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weiter geht’s mit Shortys Moped nicht

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da muss eine KTM her… 😉

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Andrea wieder mit dabei

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Wo bleibt das Bier?

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ok, Rotwein geht auch erst einmal

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Parkmöglichkeit

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Klönschnack vor MZ

Natürlich gab es auch einige Blessuren. Meist alles unnötiges Material, welches nur zusätzliches Gewicht darstellt. Einiges davon wurde unterwegs fachgerecht abgeworfen. Mit einer leichteren Maschine kommt man auch viel besser voran.

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Spiegelglas fachgerecht demontiert

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neue Belüftung für Stulpe

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Auspuffverschönerung

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Blinker sind Ballast

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Notverband

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Schlafenszeit… (oder Gewohnheit?)

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Bei wem werden da Erinnerungen wach?

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abends ist man ziemlich platt 😉
Es folgten weitere Ausfahrten, fantastisches Wetter, Glatteis ohne Ende, Sonne über den Wolken (dorthin konnte man ja fahren) und viel Geklöne. Außerdem wurde es wärmer. Das sollte die nächsten zwei Tage so bleiben. Erst bei der Rückfahrt gab es wieder Wetterkapriolen.

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Jostedal-Ausflug auf der Fjordrally 2008

 

Nachfolgend ein paar Impressionen aus dem Jostedal und von der Fjordrally.

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Ausblick vom Hotel

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Maddins ‚Helmkamera‘

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Joe und Rudi

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Sonne und Nebel

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kleine Tanke vor dem Hotel

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es wird Frühling…

 

Die Rückfahrt hielt noch Umwege für uns bereit, da einige Pässe gesperrt waren. Das warme Wetter brachte Sturm mit sich und auch eine Menge Glatteis vom Feinsten – schön angetaut. An die Eierei hatte sich aber jeder gewöhnt, so dass die Fahrten ohne Probleme über die Bühne gingen. Durch die ungewöhnliche Wetterlage gab es wieder einmal neue Ansichten von Norwegen im Winter zu sehen.

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Übernachtung in Gol (weils so schön war)

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Die Seen und Fjorde waren unter einer wabernden Schicht versteckt.

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Ein Teil der Mann(frau)schaft traf sich an der Fähre wieder.

 

Ich wünsche allen Teilnehmern zukünftiger Fjordrally gute Fahrt!

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