Leica M2

Mitte der 60er

Leica M2 von 1965 mit einem Summicron 2/50

 

 

Wetzlar

Ich wollte nie eine verchromte Leica. Als ich sie dann in der Hand hielt, nahm ich sie trotzdem mit, denn die Farbe ist schließlich nicht so wichtig. Die Leica M2, die ich in der Hand hielt, war bereits über 50 Jahre alt. Bisher hatte ich deutlich jüngere Leicas zum fotografieren. Ich sah durch den Sucher und verglich ihn mit der Leica M9 – kein Unterschied. Da war ich doch etwas erstaunt, denn ich dachte, dass die M9 ja einen besseren Sucher haben müsste. Natürlich waren nicht alle Leuchtrahmen der Neuzeit vorhanden aber ich wollte die Kamera ja für einen bestimmten Zweck.

 


Leica M2

 

Keine Batterien, kein Belichtungsmesser – nur Filme und die Kamera – um mehr muss man sich nicht kümmern. Die Leica M2 aus dem Jahre 1965 hat deutliche Spuren des Gebrauchs, was mich wenig stört, denn sie war vor kurzem im Service und der Sucher, sowie das Zeitengetriebe wurden gereinigt und justiert.

 

Leica MP oder M2

Vor einiger Zeit machte ich den großen Fehler, die Leica MP zu verkaufen. Dies lag daran, dass ich mein Fotolabor in einem gemieteten Saal aufgeben musste und ich fortan keine Filme und Papierbilder mehr entwicklen konnte. Zur Zeit richte ich mir jedoch wieder ein Fotolabor ein und nun ärgere ich mich natürlich etwas. Die M9, die ich nutze ist sicher schön aber nicht mit dem Feeling des anolgen Fotografierens zu vergleichen. Der Virus hat mich doch zu sehr angesteckt vor ein paar Jahren. Also sollte wieder eine MP her. Leider ahnte ich nicht, dass die Preis für gebrauchte MP so sehr angezogen haben und der Markt verschwindend gering ist. Eine Leica M6 oder M4 sollte es nicht werden, denn ich mag die schräge Rückspulkurbel nicht so sehr – warum, kann ich nicht sagen.

 

wie die MP, nur in chrom

 

Technik der Leica M2

Die M2 (1958-1967) ist auf das wesentliche reduziert:

  • alle Bedienelemente komplett aus Metall, Kameragehäuse ebenso
  • Tuchschlitzverschluss, konkurrenzlos leise, extrem kurze Auslöseverzögerung, weich, erschütterungsfrei
  • Meßsucher 0,72fach mit Einspiegelung von 3 Brennweitenrahmen (35, 50, 90)
  • mechanische Zeiten 1s und 1/1000s und B
  • Abmessungen ca.138mm x 33,5mm x 77mm, Gehäuse wiegt ca. 580 g
  • Filmspule und Rückspulknopf wie bei der MP und M3
  • Filmzähler als einfache Scheibe unter dem Spannhebel ausgebildet

 

an der Rückwand eine Merkscheibe für die Empfindlichkeit des Films

 

Fazit

Ich muss zugeben, dass mich die M2 überrascht hat. Nach Leica MP, M4-2, M7, M6, M8 und M9 ist das meine erste verchromte Leica und sie hat sich einen vorderen Rang erkämpft. Durch die Abwesenheit eines Belichtungsmessers bin ich gezwungen, die Belichtungssituationen noch genauer einzuschätzen. Klar prüfe ich das auch noch ab und zu mit dem Profisix ab und ich freue mich immer wieder darüber, dass ich meist nur eine halbe Blende daneben liege – dem TMax ist das auch ziemlich egal.

 

Film einlegen muss man vorab mal üben – dann geht es schnell

 

Was hat mich bewogen, die Leica M2 so gut zu finden? Der Hauptgrund war wohl das Fehlen jeglicher Elektronik, die leicatypische Qualität, die einem nach 50 Jahren immer noch ins Auge springt, der schöne, helle und klare Sucher und die erneute Erkenntnis, dass man zum Fotografieren nicht mehr braucht. Mit der M2 kommt auch das zweite Objektiv ins Haus, ein 35er Summicron. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse, hab ich doch seit 2011 nur mit dem 50er fotografiert – ein Ergebnis aus dem Experiment.

 

dieses Detail hat sich nie geändert

 

 

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