Bau DC Energie Monitor XT-60

letzte Aktualisierung: 11.01.2026

Das Video zum Bau:

Strom, Spannung, Leistung und Energie beim Funken messen

Kurze Info: Ich habe mir eine kleine Zwischenstecker-Box gebaut, die ich einfach zwischen Akku und Funk-Setup stecke. So sehe ich beim Senden sofort, wie stark die Spannung einbricht, wie viel Strom fließt, welche Leistung gerade gezogen wird und wie viele Wattstunden schon „weg“ sind aus meinem Funkakku.

Der fertige Energie-Monitor: XT60 rein, XT60 raus – und alle Werte im Blick.

Wozu die Box?

Draußen beim Funken (und erst recht bei Kälte) merkt man schnell, dass ein Akku anders reagiert als im Warmen. Mir ist dabei die PA gelegentlich ausgefallen (Relais klackert). Verdacht: Unterspannung unter Last. Da meine Selbstbau-LiFePO₄-Akkus keine Anzeige haben, wollte ich „wie früher in der Werkstatt“ einfach messen statt raten: Spannungseinbruch sehen und Verbrauch in Wattstunden mitlaufen lassen.

Was zeigt das Messmodul an?

  • Spannung in Volt (V)
  • Strom in Ampere (A)
  • Leistung in Watt (W)
  • Energie/Verbrauch in Wh (bzw. kWh)

Praktisch: Der Energie-Wert bleibt nach dem Abschalten stehen, bis man ihn zurücksetzt. So kann man nach einer Funkrunde direkt sehen, was wirklich entnommen wurde.

Aufdruck/Anschlussbild am Modul: Akku an „DC“, Verbraucher an „LOAD“.

Materialliste

Alles bewusst einfach gehalten: nur das Nötigste, so dass man es sauber und robust in ein Gehäuse bekommt. Die Links sind Affiliate Links*, damit ihr die genauen Modelle findet.

Teil Menge Hinweis
Messmodul PZEM-031 / ZL506LUM (DC 6,5–100 V / 0–20 A) 1 Anzeige für V/A/W/Wh
XT60 Einbaubuchse + XT60 Einbaustecker 1 + 1 Einmal „Akku-Seite“, einmal „Last-Seite“ (Panel-Mount)
Kabel (rot/schwarz) (z.B. 3,3 mm2) je nach Box Für ~10 A reicht „dick genug“ lieber etwas Reserve
Schrumpfschlauch 3:1 mit Kleber ein paar Stücke Für saubere, sichere Lötstellen
Ruthex Gewindeeinsätze M3 und Löteinsätze 4 Für stabile Schraubpunkte im 3D-Druck
Schrauben M3 (Set) 4 Deckel/Unterteil verschrauben
3D-Druck-Dateien: Gehäuse + Deckel als stl 1 + 1 PLA geht, PETG ist oft „werkstattfester“
Optional: Neodym-Magnete (5x3mm) 2–4 Damit die Box an Metall haftet.
Optional: Sicherungshalter (3,3 mm2) empfohlen 1 nahe am Akku absichern ist empfohlen

Hinweis zu den STL-Dateien: Bitte eine Mail an mich schreiben – die sind hier zu groß für den Upload. Mail siehe Impressum.

Werkzeug

  • Lötkolben (für XT60 und zum Einschmelzen der Einsätze)
  • Heißluftfön oder Fön für Schrumpfschlauch
  • Seitenschneider/Abisolierzange
  • Schraubendreher
  • Multimeter zum Gegencheck (optional, aber beruhigend)

Bau der Box

1) Gehäuse konstruieren & drucken

Erst ein Prototyp (bei mir war der anfangs deutlich größer), dann die Box so klein wie möglich gemacht aber noch so, dass XT60-Buchsen und das Modul bequem reinpassen.

Screenshot

Design in Shapr3D

2) Gewindeeinsätze einschmelzen

Die Ruthex-Einsätze werden mit dem Lötkolben sauber eingedrückt. Wichtig: gerade ansetzen und nicht verkanten.

  • Lötkolben auf Temperatur bringen
  • Einsatz ansetzen, langsam einsinken lassen
  • Abkühlen lassen, erst dann belasten

Gewindeeinsätze: gerade rein, kurz halten, abkühlen lassen.

3) XT60 anschließen (löten)

Hier gilt: Polarität doppelt prüfen. An XT60 ist die Polung meist markiert – zusätzlich kann man sich merken: gerade/breite Seite = Plus, schräge/spitze Seite = Minus. Danach Schrumpfschlauch drüber.

  • Kabel abisolieren, verzinnen
  • XT60 anlöten (Plus/Minus korrekt)
  • Schrumpfschlauch drüber, schrumpfen

Saubere Lötstellen und Isolierung, das spart später Ärger.

4) Modul verdrahten

So, wie es auf dem Modul aufgedruckt ist:

  • Akku an „DC“ (Plus/Minus)
  • Verbraucher an „LOAD“ (Plus/Minus)

Damit ist das Modul „in Reihe“ zwischen Akku und Last. Anschließend alles so legen, dass nichts gequetscht wird.

Verdrahtung: DC-Seite (Akku) und LOAD-Seite (Verbraucher), darunter das Modul

5) Zusammenbau

XT60-Teile einsetzen/verschrauben, Modul von vorne einclipsen (bei mir halten das die kleinen Klammern am Modul), Deckel drauf und alles verschrauben.

Deckel drauf, Schrauben rein – fertig ist die Kiste.

Funktionstest am Funkplatz

Im Betrieb sieht man sofort:

  • Grundverbrauch (im Leerlauf nur wenige mA)
  • Beim Senden steigt der Strom, die Leistung geht hoch
  • Spannungseinbruch unter Last (bei schwächelndem Akku deutlich sichtbar)
  • Unten läuft der Energie-Zähler (Wh) mit

Beim Senden sieht man nun Strom, Leistung und den Spannungsabfall, wenn ordentlich Leistung benötigt wird (im Bild der Testaufbau mit 100W-PA).

Einstellungen am Modul (ganz kurz)

  • Hintergrundbeleuchtung: kurzer Tastendruck ein/aus
  • Energie (Wh) zurücksetzen: lange drücken bis „CLr“, dann kurz bestätigen
  • Spannungs-Alarm (oben/unten): lange drücken bis „SET“, Werte einstellen, am Ende „PASS“

Hinweise aus der Praxis

  • Polarität vor dem ersten Einschalten immer mit dem Multimeter prüfen.
  • Mechanik entlasten: Kabel im Gehäuse so führen, dass an den Klemmen nichts zieht.
  • Optional absichern: Eine Sicherung nahe am Akku ist nie verkehrt.

Fazit

Für kleines Geld bekommt man eine robuste Mess-Zwischenbox, die beim Funken sofort zeigt, was der Akku unter Last wirklich macht. Und genau das war das Ziel: messen statt raten.

Hinweis:

*) Affiliate Links helfen, den Kanal zu unterstützen, denn vom Verkauf wird eine kleiner Teil an mich gezahlt. Dafür mache ich keine Produktwerbung und bin unabhängig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert