Schuppentür bauen

einfache Schuppentür bzw. Nottür selbst bauen

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Für Unterstände, Holzschuppen (Anleitungen: Holzlager 1, Holzlager 2, Holzport) oder einfache Gartenhäuser braucht man auch Türen – mit ein paar Materialien lassen sich diese Türen einfach selber bauen.  Auch in bestimmten Situationen muss man mal eine Nottür bauen können, sei es um eine Lieferzeit zu überbrücken oder weil etwas zu Bruch gegangen ist. Türen fallen aus den Angeln, werden durch Sturm beschädigt und auch Fenster können zerbrechen. Da ist man gut beraten, wenn man den Schaden schnell beheben kann und dafür eignet sich eine Nottür oder ein Notfenster eben sehr gut.

 

Bauanleitung

Da ich sowieso gerade eine Schuppentür für mein Holzlager bauen wollte, habe ich die Kamera dazu genommen und zeige kurz die notwendigen Schritte. Ich benutze zwar sonst Elektrogeräte aber ein Handbohrer, Hammer und ein Fuchsschwanz oder besser eine Zugsäge reichen völlig aus. Also ist stromlos arbeiten problemlos möglich. Zur Not geht auch eine Kettensäge.

Ein paar Bretter sind nötig – ich habe z.B. ganz preiswerte Schalbretter aus dem Baumarkt genommen.
Die schlechten Seiten (Rinde-Kanten) kommen dann einfach nach innen oder man sucht die besten Bretter heraus.

 

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Bretter mit Rindenkanten nach innen oder aussortieren

 

Die Bretter vorher grob in der Länge absägen und gut Überstand lassen, da die Türlänge nachher komplett gesägt wird. Einfach nebeneinander legen und halbwegs rechtwinklig zusammenschieben. An einer Seite ein Querbrett aufnageln oder schrauben (oder eine Ausklinkung schneiden – siehe weiter unten).

 

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Querbrett mit jeweils einer Schraube pro Brett befestigen

 

An der anderen Seite ebenfalls ein Querbrett anbringen und dann eine Querlatte über die gesamte Länge schräg anbringen, so dass ein Z entsteht. Falls vorher schon die Seite feststeht, an die die Scharniere dran sollen, muss das Z richtig angeordnet werden. Die Querlatte muss von unten nach oben weg zeigen, also unten dicht am Scharnier und oben weit weg vom Scharnier, sonst wird sich die Tür später verziehen und schräg hängen.

 

Ein verzahntes Z ist weiter unten beschrieben!

 

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die Z-Bretter jeweils mit einer Schraube pro Brett befestigen

 

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das Z ist innen und links würden jetzt die Scharniere dran kommen.

 

Nun müssen die obere und untere Kante gleichmäßig abgesägt werden. Hier wieder auf rechte Winkel achten, sonst passt die Tür nicht in den Rahmen. Ich benutze meine Festool Tauchsäge TS 55 aber das geht auch mit dem Fuchsschwanz. Ich benutze eine Zugsäge, die ist bedeutend effektiver. Z.B. die Shark Capentry oder die eine Tajima Zugsäge.

 

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Tür ablängen

 

Einfache Scharniere (sog. Werfgehänge) aus dem Baumarkt nehmen oder auch selbst bauen. Das ist einfache als gedacht und das zeige ich evtl. ein anderes Mal. Die Scharniere werden mit kleinen Schrauben fixiert und mit einem Bolzen und einer großen Schraube in Endlage festgeschraubt. Trennbare Scharniere mit Ladenband (hier ein Komplettsystem) sind besser, dann ist die Tür zum einhängen. Beim Einbau die Tür etwas schräg einbauen, da sie sich in den ersten Tagen noch setzt (max. 1cm).

 

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Scharnier angesetzt

 

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Tür ist drin – fehlt nur noch ein Riegel

 

Den Riegel habe ich aus einem Stück Flacheisen (V2A) zusammen geschweißt und angeschraubt. Für den Holzschuppen reicht das natürlich. Zwei Löcher bohren und schon kann man ein Schloss anbringen, wenn man den Riegel mit Schlossschrauben anbringt. Ansonsten einfach fertig kaufen.

 

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selbst gebauter Riegel

 

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Hinter dem Drehpunkt des Riegels eine Verstärkung aus Holz anbringen, damit das eine Brett nicht zu sehr belastet wird. Die Verstärkung sollte quer über drei Bretter gehen.

 

Tipp: Die Abstützung des Z sollte auch formschlüssig nach der folgenden Skizze erfolgen. Dabei sollte die Abstützung ca. 1/6 der Brettstärke in das obere Querbrett hinein reichen. Die Ausklinkung ca. auf der Winkelhalbierenden zwischen Querbrett und Stütze anbringen.

 

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Hier die Anleitung für die Ausklinkung:

Zuerst beide Querbretter auf Länge schneiden und auflegen (nicht festschrauben). Anschließend das Diagonalbrett ungefähr auf Länge schneiden und ebenfalls oben auflegen (ca. 5cm vom Rand enfernt – siehe die 5 im Bild). Dann den Winkel zwischen Querbrett und Diagonalbrett halbieren und anzeichen. Die Breite das Brettes muss ebenfalls auf dem Querbrett abgetragen werden, damit man weiß, wo man zum Sägen ansetzen muss.

 

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angezeichnet

 

Das Querbrett nun am besten mit einer Zugsäge (z.B. Shark Capentry oder die eine Tajima Zugsäge) aussägen und dann auf das Diagonalbrett legen, um die Schnittkanten zu übertragen.

 

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Schnittkante übertragen

 

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das Diagonalbrett ebenfalls aussägen (unten genauso verfahren)

 

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Passung ist hergestellt

 

Wenn beide Seiten gesägt sind, dann alles ausrichten und erst ein Querbrett, dann das andere Querbrett und anschließend das Diagonalbrett verschrauben (nur eine Schraube pro Langsbrett).

 

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fertig verschraubt

 

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hier zwei Flügel einer weiteren Schuppentür nach dem gleichen Muster

 

Viel Spaß beim Nachbasteln!
Vielleicht gibt es noch Tipps zur Verbesserung. Bin ja kein Tischler 😉

  17 comments for “Schuppentür bauen

  1. 18. März 2015 at 9:26

    hallo, vielen Dank für die schöne Anleitung, habe nur eine Frage. warum
    nur eine Schraube pro Längsbrett.

    (anschließend das Diagonalbrett verschrauben (nur eine Schraube pro Langsbrett).)

    Viele Grüße Artur Martszausky

  2. vesab
    18. März 2015 at 19:40

    Hallo Artur,

    bei zwei Schrauben kann es vorkommen, dass durch Verzug die Schrauben brechen. Hab ich von einem Zimmermann.

    cu Tom

  3. 23. Mai 2015 at 12:02

    wenn man nur eine Schraube pro Brett nimmt sollte man auf die rechte und linke seite des Holzes achten.
    Die rechte seite ist die dem Holzkern zugewandte seite und sollte nach vorn zeigen. nimmt man die linke seite, die der Aussenkante des Baumes zugewandte seite, nach vorne kann das Holz schüsseln und die Kanten der Bretter stehen dann nach vorne rund ab. sieht evtl nicht so schön aus.

    sonst super Anleitung, habe ich mir eben mal angesehen um zu schauen wie du das mit dem „Z“ gemacht hast. Top!

    • vesab
      24. Mai 2015 at 0:19

      Hallo Markus,

      danke für den guten Tipp!
      Hab ich nicht gewusst.

      cu Tom

  4. Dieter Kaestner
    21. November 2015 at 20:44

    moin moin,
    Nachdem der letzte schwere Sturm unsere Schuppentür zerlegt hatte, habe ich
    nach obiger prima Anleitung in sehr kurzer Zeit eine neue Tür gebaut.
    Da ich kein holzverarbeitender Fachmann bin, hat mich mein Bastelergebnis
    auch Dank der Bauanleitung, ein wenig stolz gemacht.
    Danke und Gruß von der Nordseeküste
    Diter Kaestner

    • vesab
      22. November 2015 at 1:41

      Hallo Dieter,
      danke!
      So soll es sein. Mit wenig Aufwand wieder ein passables Ergebnis, wenn die Zeit mal wieder drängt. Schön, wenn es geholfen hat.
      Grüße von der Ostsee an die Nordsee!
      Tom

  5. Marcus
    6. Mai 2016 at 8:31

    Moin,

    macht es Sinn, wenn ich Nut u. Feder Bretter verwende, diese miteinander zu verleimen?

    Grüße, Marcus

    • vesab
      6. Mai 2016 at 12:36

      Hallo,
      Nut und Feder gehen ok. Ob verleimen Sinn macht, kann ich nicht sagen, da ja die Hölzer kräftig arbeiten – jedenfalls draußen. Dann müsste vielleicht das Holz versiegelt werden, denn sonst reißt es irgendwann an der Verleimung oder daneben.
      Grüße Tom

  6. Lutz Behnke
    6. Juni 2016 at 16:39

    Hallo, was ist denn der Vorteil einer verzahnten diagonalen Stütze bzw. was ist der Nachteil, wenn man es nicht verzahnt?
    Danke und Gruß
    Lutz B.

    • vesab
      6. Juni 2016 at 18:07

      Hallo Lutz,

      die Lastabtragung ist bei der Verzahnung besser.
      Nicht verzahnt wird die Querkraft nur durch die Schrauben realisiert. Geht aber auch. Hab Türen mit beiden Varianten und sie halten beide schon lange.

      cu Tom

  7. Petra
    5. Oktober 2016 at 12:39

    Ich möchte eine sehr leichte Tür bauen da es für einen hühnerzaun ist und sie „nur“ an Balken mit balkenschuh hängen wird. Reicht das wenn ich etwas breitere Bretter (solange wie das Schanier) als aussenbretter nehme (also rechts und links) und innen dann mit Draht ausschlagen?

    Gruss Petra

    • vesab
      5. Oktober 2016 at 13:15

      Hallo Petra,

      meine Tür erhält unter anderem die Stabilität durch die gesamte Fläche der Bretter. Bei er Rahmentür muss anders vorgegangen werden. Hier muss der äußere Rahmen sehr stabil sein. Das ist nicht so einfach zu bauen, da reine kraftschlüssige Verbindungen mit der Zeit leiden. Hab da aber leider keine Anleitung für.
      cu Tom

  8. Petra
    5. Oktober 2016 at 19:02

    Danke erstmal für die schnelle Antwort! Ist die Türe denn schwer? Hab einfach bedenken das sie zu schwer ist für den Anschlag nur an einem Pfosten. Wenn ich zwischen den Brettern jeweils etwa fünf cm Freiraum lasse brauche ich vielleicht nicht soviele und sie wird etwas leichter!?
    Gruss Petra

    • vesab
      5. Oktober 2016 at 19:28

      Die ist natürlich schon schwer – je nach Bretterdicke. So ein paar Bretter wiegen schon was.

  9. Petra
    5. Oktober 2016 at 23:11

    Eben! Mmh? Muss ich mir noch Überlegen wie ich das mache!

  10. Ulrich von Döllen
    15. November 2016 at 20:35

    Hallo,
    tolle Anleitung.
    ich möchte für meine Küche Küchenfronten in dem Stil bauen.
    Würde statt dem Z auch ein N gehen? Da ich die Latten waagerecht haben möchte.
    Ich frage mich, ob das möglich ist oder ob das dann zu instabil wird.
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!
    LG
    Uli

    • vesab
      15. November 2016 at 20:54

      Hallo Ulrich, m.M. nach wird das nicht funktionieren. Die Kräftedreiecke stimmen nicht mehr und die Tür wird irgendwann hängen. Ich weiß auf die Schnelle keine einfache Lösung. Wenn du schmale Bretter nimmst, kannst du eine doppelt dicke Tür bauen und innen sind die Bretter dann wieder senkrecht. Du verblendest quasi die Tür nur außen mit waagerechten Leisten. Normalerweise reichen für Küchenfronten aber dünne Lamellentüren, welche viel einfacher gebaut sind. Da braucht man auch kein Z, da die viel leichter sind. Sieh mal nach, wie die gebaut sind, das reicht bestimmt. Gruß Tom

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