Modulare Feldantenne 6 bis 20m (inkl. 11m/CB) mit integrierter Mantelwellensperre
letzte Aktualisierung: 12.02.2026
Das Video zum Bau:
Übersicht
In diesem Beitrag geht es um eine selbstgebaute, robuste Antenne für den portablen Einsatz. Entwickelt wurde sie ursprünglich für CB-Funk im Feld, spielt aber dank ausreichender Teleskoplänge auch sehr gut auf 20 m. Das Konzept ist bewusst klassisch gehalten: einfache, bewährte Bauformen, modular, reparierbar und ohne unnötigen Schnickschnack.

Warum diese Antenne?
Ausgangspunkt war der Wunsch nach einer CB-Funk-Antenne, die im Feld wirklich gut funktioniert. Viele Fahrzeug-Dachantennen arbeiten mit Spule und sind stark auf die kapazitive Kopplung zur Fahrzeugmasse angewiesen. Für den portablen Betrieb im Freien ist das oft nicht ideal. Hier sollte es eine Lösung sein, die sauber spielt und bei richtiger Aufstellung deutlich mehr bringt als eine Magnetfuß-Antenne oder die Antenne am Handfunkgerät.
Zweiter Grund war: Ausprobieren des Vertikalen Dipols für das 20m-Band für meine Pota-Aktivitäten. Funktioniert er besser als die Groundplane?
Nach mehreren Prototypen ist ein Gehäuse entstanden, das inzwischen „fertig“ wirkt: etwas größer als frühere Versionen, innen mit mehr Platz, und so modular, dass Teile bei Bedarf ersetzt werden können. Der Mastanschluss kann gewechselt werden und passt dadurch auf sehr viele Mastteile.
Vorteile der Antenne
Der große Vorteil: Es ist nicht nur eine Antenne, sondern ein Konzept mit drei Nutzungsarten. Je nach Situation lässt sie sich als Groundplane am Boden, als erhöhter 1/4-Wellen-Strahler mit Radials oder als vertikaler Dipol betreiben. Damit deckt man vom lokalen/regionalen Funk bis hin zu ordentlichem DX alles ab.

Berechnungen der Längen
Für jedes Band (6 m, 10 m, 11 m, 12 m, 17 m, 20 m) werden passende Strahlerlängen benötigt, dazu je nach Aufbau Radials oder beim vertikalen Dipol der zweite „Gegenpol“-Draht. Die Antenne arbeitet mit den berechneten Längen grundsätzlich schon gut, aber es gilt: Standort, Boden und Umgebung beeinflussen das Ergebnis. Wer sauber arbeiten will, misst das SWR vor Ort und optimiert die Länge minimal nach.

Kosten der Antenne – Material
Ein zentraler Punkt war: preiswert und vollständig. Viele gekaufte Lösungen sind gut, aber teuer und oft fehlt etwas Entscheidendes: eine integrierte Mantelwellensperre. Hier ist die Mantelwellensperre bereits im Gehäuse eingebaut und grundsätzlich so ausgelegt, dass SSB bis 100 Watt möglich ist (noch nicht getestet). Für digitale Dauerträger (z. B. FT8) ist Zurückhaltung sinnvoll, weil Wärme im gedruckten Gehäuse nicht gut ist. Ich würde max. 10 W empfehlen. Im CB-Betrieb bleibt man ohnehin im zulässigen Bereich (typisch bis 12 Watt), und QRP auf 20 m läuft häufig ebenfalls mit kleinen Leistungen.Das verwendete Material ist bewusst überschaubar: ein Teleskopstab, ein paar Schrauben/Muttern/Buchsen, günstige Bananenbuchsen, etwas Koax (RG316), ein Ringkern (z. B. FT114-43, Material 43) für die Mantelwellensperre und Draht für Radials bzw. Gegenpol.
Materialliste
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Gewindemutter M10 Sechskant 40 mm
M3 Muttern und Scheiben und mehr
Ruthex Schmelzspitzen (auf die richtigen für den Lötkolben achten)
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Aufbauarten
Geplant sind drei Varianten, die sich in der Praxis bewährt haben und ohne komplizierte Mechanik auskommen. Je nach Gelände und Funkziel wählt man die passende Aufbauform.
Mastaufbau
Für den lokalen und regionalen Bereich (gerade im CB-Funk) bietet sich ein einfacher Mastaufbau an. Ein Mast ab etwa 4 m funktioniert bereits gut, 6 m sind natürlich besser. Für das 20m-Band benötigt man mindestens 5,5 m Masthöhe. Die Antenne wird oben aufgesteckt und anschließend abgespannt. Das Teleskop fährt man vorher aus, und falls man an die Länge muss, klappt man den Aufbau über eine gelöste Abspannung kurz um und passt an. Für unterschiedliche Mastdurchmesser sind Steckhülsen vorgesehen, die man passend drucken und anschrauben kann. So bleibt es modular und „feldtauglich“.
Achtung: Der Mast muss unten fixiert werden beim Aufbau. Entweder durch einen Halter (eingeschlagen oder vorhanden) oder durch Abspannung am 2. Element.

Vertikaler Dipol
Eine Variante ist der vertikale Dipol: Oben der Teleskop-Strahler, nach unten ein Draht als zweiter Strahler, der am Gehäuse angeschlossen wird. Damit der Draht nicht herumschlägt, bindet man ihn unten leicht zur Seite an einer Abspannung fest, sodass er etwas Abstand zum Mast hält. Bei Kunststoffmasten ist das unkritisch.
Für 20 m sollte der untere Draht natürlich nicht am Boden „herumliegen“; ein ausreichend ausgefahrener Mast (z. B. um 6 m) sorgt dafür, dass der Dipol wirklich vertikal frei arbeitet.

Polarisation
Der praktische Nutzen ist klar: Viele CB-Geräte und Handfunkgeräte arbeiten mit vertikal polarisierten Antennen. Wer für Notfunk- oder Kurzstreckenbetrieb sinnvoll kompatibel bleiben will, fährt mit einer vertikalen Polarisation oft deutlich besser als mit horizontalen Lösungen, bei denen man im ungünstigen Fall „kaum was hört“.
Mastanschluss-Module
Das Konzept ist modular. Je nach Mastgröße kann man eine andere Steckhülse drucken und einfach anschrauben. Ebenso lässt sich das Teleskop (M10-Anschluss, passend dimensionierter Durchmesser) austauschen oder für den Transport kürzer gestalten, indem man es abschraubt.

1/4-Wellen-Strahler
Als erhöhter 1/4-Wellen-Strahler wird oben der Strahler genutzt, und am Gehäuse werden vier Radials angeschlossen, alle auf die jeweilige Bandlänge zugeschnitten. Je höher der Aufbau steht, desto besser funktioniert er für lokalen und regionalen Funk. Gleichzeitig ist ein sauber aufgebauter 1/4-Strahler mit Radials auch für DX geeignet.

Groundplane
Für die Groundplane-Variante nahe am Boden nutzt man einen Erdspieß. Oben sitzt ein M10-Anschluss, in den die Antenne eingeschraubt wird. Damit der Spieß ohne Schläge auf das Gewinde fest in den Boden kommt, hilft eine Querbohrung oder eine Stange zum Andrücken.
Daneben legt man ein Radialnetz aus. Vier Anschlüsse sind vorgesehen. Wer mehr Radials nutzen will, kann pro Anschluss zwei Radials zusammenführen. So kommt man z. B. auf acht Radials, was erfahrungsgemäß eine sehr gute und bewährte Lösung ist.

Reichweitentest FT8
Ein schneller Praxischeck wurde auf 20 m mit FT8 gemacht: Strahler etwa 5 m, Radials ebenfalls etwa 5 m. Damit gelangen Verbindungen bis nach Amerika. Zusätzlich wurde testweise (mit kleinem Tuner) ohne Umbau auf weiteren Bändern gearbeitet. Das ist nicht die saubere „Lehrbuch“-Variante, zeigte aber, dass die Antenne grundsätzlich gutmütig ist. Das SWR lag dabei unter etwa 1:2.
Wichtig bleibt trotzdem: Wenn man die Antenne nutzt, sollte man sie nach Möglichkeit resonant aufbauen. Die Mantelwellensperre (kleiner Kern im Gehäuse) soll nicht dauerhaft unnötige Leistung „verheizen“ und warm werden, besonders bei Dauerträgern.

Screenshot
Gewicht
Da die meisten Teile gedruckt sind (PLA), ist das Gewicht insgesamt moderat. Das schwerste Teil ist das Teleskop. Für typische portable Aktivitäten ist das gut tragbar. Verglichen mit klassischen Metall-Lösungen ist es oft nicht schwerer, teils sogar leichter.
Bau der Antenne
Der Bau begann mit der Konstruktion im CAD und mehreren Prototypen, bis Maße, Platz und Stabilität passen. Gedruckt werden drei Hauptteile: der Body, der Boden und die jeweilige Mast-Hülse.
Nach dem Druck wird die Mantelwellensperre aufgebaut: RG316 wird auf einen passenden Ringkern (z. B. FT114-43) gewickelt, Anschlüsse werden hergestellt und für die mechanische Entlastung sinnvoll verlängert. An kritischen Stellen hilft ein kurzes Stück flexibles Silikonkabel zwischen Koax und Lötpunkt. Schrumpfschlauch sorgt für Zugentlastung und Isolation.
Die Buchsen werden eingesetzt und verlötet. Innen gilt: sauber isolieren, nichts darf sich ungewollt berühren. Wer es solide mag, legt zwischen Boden und Innenaufbau noch eine dünne Kunststofffolie als zusätzliche Trennung.
Karabiner können dauerhaft am Gehäuse bleiben, damit man sie im Feld nicht verliert. Dann hängt man nur noch das Band ein, kürzt es auf die passende Länge, und der Aufbau ist schnell erledigt.



Fazit
Unterm Strich ist das eine Antenne, die sich an bewährten Prinzipien orientiert: klare elektrische Verhältnisse, stabile Mechanik, schnelle Montage und Reparierbarkeit. Genau das zählt draußen. Die Tests gehen weiter, besonders im praktischen CB-Betrieb für lokalen und regionalen Funkverkehr. Wenn du das Konzept nachbaust, lohnt sich die saubere Längenanpassung vor Ort und ein resonanter Aufbau, damit alles kühl und zuverlässig bleibt.
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