Fenster-Antenne für CB (11m) sowie 10m/12m: Vertikaler Dipol zum Klemmen
letzte Aktualisierung: 12.02.2026
Hier das Video mit dem detaillierten Bau:
Übersicht
In diesem Beitrag geht es um eine Fenster-Antenne, wenn kein Dach, kein Balkon und kein Garten zur Verfügung stehen. Die Lösung ist eine temporäre Montage am Fensterbrett mit Klemmen und zusätzlicher Sicherung. Als Antennentyp kommt ein vertikaler Dipol zum Einsatz: oben ein Teleskopstrahler, unten ein Drahtstrahler, ohne separate Radials.

Preiswerter Selbstbau
Der Aufbau ist bewusst auf günstige, leicht verfügbare Teile ausgelegt: ein preiswertes Teleskop (oft als „Flaggenstock“ verkauft), ein 3D-gedrucktes Gehäuse, eine PL-Buchse (SO-239), ein Ferritkern (FT114-43) und etwas Koax (RG316) für die Mantelwellensperre. Dazu Draht/Litze für den unteren Strahler und ein paar Kleinteile.
Materialien
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Das Teleskop (genau der)
PL-Buchse (SO-239)
einfache Litze (für den unteren Strahler)
Ruthex Schmelzspitzen (auf die richtigen für den Lötkolben achten)
Ruthex Gewindeeinsätze
die Klemmen
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Funktioniert die Antenne?
Ja. Im Test liegt das SWR typischerweise bei etwa 1,1 bis 1,3. Teilweise zeigen Funkgeräte intern niedrigere Werte (z. B. 1,1 oder 1,0), entscheidend ist jedoch die Messung mit externem Messgerät. Die Mantelwellensperre im Gehäuse hilft, das Setup stabil zu halten, gerade wenn die Antenne dicht am Gebäude montiert ist.


Befestigung am Fenster
Die Montage erfolgt mit Klemmen am Fensterbrett. Mit zwei Klemmen sitzt der Halter sehr fest. Zusätzlich wird eine Absturzsicherung vorgesehen: Durch kleine Bohrungen am Halter werden Bänder geführt, die nach innen ins Zimmer gelegt und dort an einem festen Punkt angebunden werden. So kann nichts herunterfallen.
Damit das Koaxkabel nicht direkt an der Wand entlang läuft, wird ein kleiner Ausleger genutzt. Dadurch hängt das Koax etwa 30–40 cm von der Wand weg und wird sauberer nach unten geführt (weniger Knick, weniger Nähe zur Wand im Bereich der Strahlermitte).

Längenabgleich am Standort
Für den Abgleich werden obere und untere Strahlerlänge gleich behandelt. Ein praxistauglicher Startwert ist, den unteren Draht zunächst etwas länger zu wählen (z. B. 2,80 m) und dann schrittweise zu kürzen. Im Beispiel hat sich eine Länge um 2,70 m als passend erwiesen; je nach Umfeld kann auch 2,75 m oder 2,60 m besser passen. Wichtig: Wenn gekürzt wird, dann immer beide Seiten (oben am Teleskop und unten am Draht) in gleicher Weise anpassen.
Damit man den unteren Draht nicht sofort endgültig abschneiden muss, kann man am Ende einen kurzen Abschnitt umklappen (z. B. 10–15 cm) und mit einem stramm sitzenden Schrumpfschlauch fixieren. Das hält als provisorische „Reserve“ und hilft beim Feinabgleich.
Mantelwellensperre
Bei einem Fenster-Dipol kann das Umfeld (Gebäudenähe, leichte Schieflage, Nähe zur Fassade) Mantelwellen auf dem Koax begünstigen. Das kann dazu führen, dass das Koax mit abstrahlt oder Störungen ins Funkgerät gelangen. Deshalb ist eine Mantelwellensperre im Gehäuse integriert.

Teleskop vorbereiten
Als Teleskop wird ein „Flaggenstock“-Teleskop verwendet. Vorbereitung:
– Gummikappe entfernen (seitlich einschneiden und abziehen).
– Das vordere Kunststoffteil lösen/entfernen.
– Unten sitzt oft ein Kunststoffstopfen mit mehreren punktierten Stellen: Diese werden aufgebohrt, damit das Teil entnommen werden kann.
– Das Bohrloch für die spätere Befestigung wird mit ca. 3,0 bis 3,1 mm hergestellt. Eine Handbohrmaschine reicht dafür völlig aus.
Danach lässt sich das Teleskop von unten in das 3D-gedruckte Gehäuse einsetzen und die Passung prüfen.

Ruthex-Gewinde einsetzen
Für die Schraubverbindungen werden Heat-Set Einsätze (z. B. M3) in das 3D-gedruckte Gehäuse eingeschmolzen. Dazu wird der Lötkolben mit passender Spitze genutzt. Zusätzlich wird seitlich ein Einsatz für eine „Sperrschraube“ vorgesehen: Diese Schraube dient später als Anschlag, damit das Teleskop nicht durchrutschen kann.
Mantelwellensperre bauen
Für die Mantelwellensperre werden ein FT114-43 Ferritkern und RG316 Koax verwendet. Das Koax wird in mehreren Durchführungen durch den Kern gewickelt (in der Praxis so, dass beide Kernhälften gleichmäßig belegt sind). Zum Fixieren helfen kleine Kabelbinder. Im Aufbau wurde eine sehr gute Dämpfung um 27 MHz erreicht (Beispielwert: ca. -35 dB).
Der Bau der Mantelwellensperre wird im Video detailliert gezeigt.


Anschlüsse
Im Gehäuse werden die Anschlüsse so aufgebaut, dass die „strahlenden“ Leitungsstücke kurz bleiben. Der Mittelpin der PL-Buchse geht auf die Strahlerseite, der Schirm/Masse wird sauber auf Masse geführt. Oben wird der Anschluss für das Teleskop hergestellt, unten für den Drahtstrahler. Kabelschuhe und kurze, flexible Zwischenstücke helfen, mechanische Belastung an Lötstellen zu vermeiden.
Draht nach unten
Für den unteren Strahler wird Litze zugeschnitten (zunächst lieber etwas länger starten). Am Ende wird ein Stecker angebracht (z. B. Bananenstecker, je nach Gehäuseausführung). Für die Reserve/Feinabstimmung kann das Drahtende umgelegt und mit Schrumpfschlauch fixiert werden.
Montage
Die Mantelwellensperre wird im Gehäuse positioniert und mit Kabelbindern an den vorgesehenen Schlitzen gesichert, ohne die Wandung zu stark zu belasten. Das Teleskop wird eingesetzt und über die Schraube(n) fixiert. Die Sperrschraube verhindert das Durchrutschen. Danach werden der untere Draht und das Koax sauber geführt.
Am Fensterbrett wird der Halter mit zwei Klemmen befestigt. Anschließend die Sicherungsbänder nach innen führen und dort fest anbinden. Vor dem Betrieb prüfen: Sitz der Klemmen, Sicherung, freie Führung des Drahtes nach unten, keine scharfen Kanten am Koax.

Fazit
Mit einem Teleskop als oberem Strahler, einem Draht als unterem Strahler und einer integrierten Mantelwellensperre entsteht eine praxistaugliche Fenster-Antenne für CB sowie 10 m / 12 m. Der Aufbau ist günstig, schnell montiert und lässt sich am Standort über die Strahlerlängen sauber auf das beste SWR abstimmen.










