Ladeleiter

Immer wieder gibt es Fragen zum Einschiessen einer Langwaffe mit einer selbstgebauten Ladung, daher hier eine kleine Anleitung.

 

Grundsätzliches

Beim Einschiessen einer Waffe muss man zwischen dem Sportschützen und Jäger unterscheiden. Sportschützen werden eher eine Folge von Schüssen in einer bestimmten Zeit absolvieren müssen und Jäger feuern oft nur einen einzelnen Schuss auf das Wild ab, manchmal auch zwei. Eine Ausnahme bildet die Drückjagd, aber hier wird nur auf überwiegend sehr kurze Entfernungen geschossen. Also wird einmal aus dem warmen und beim anderen Mal fast immer aus dem kalten Lauf geschossen. Die Einschießprozedur muss also je nach Verwendungszweck oder bei Gebrauch der Waffe für beide Fälle oder doppelt vorgenommen werden. Nachfolgend die Vorgehensweise für das Finden der optimalen Ladung und einen kleinen Streukreis:

  • Ladungen herstellen.
  • Zuerst die Waffe auf die Scheibe grob einschießen.
  • Schießen einer Ladeleiter zur Ermittlung der besten Ladung, je nach Laufschwingung.
  • Optimieren und Prüfen der Ladung.

 

Spektiv, Radar, 300-Meter-Bahn

 

Vorbereitungen

Für das Einschiessen sind einige Dinge notwendig, die da wären:

  • ein Spektiv, mind. 60-fach für 300m oder Scheibenanlage oder Monitore
  • ein Geschwindigkeitsmessgerät, Chrony oder z.B. Labradar
  • Gewehrauflagen, die beim Sport oder der Jagd real eingesetzt werden
  • Datenbuch
  • 24 geladene und nummerierte Patronen – nach Ladeleiter (siehe weiter unten), evtl. 3-5 Patronen mehr

 

Ladungen herstellen

Für das Schießen der Ladeleiter müssen die Patronen unterschiedlich geladen werden.

Ausgangspunkt ist die Höchstladung des Geschosses, die vorab ermittelt und getestet werden muss. Ist diese zuverlässig gefunden, kann weiter wie folgt verfahren werden:

  • Schrittweite festlegen, entweder 0,01 Gramm oder 0,1 Grain, je nach Wiegemöglichkeit (Beispiel: geprüfte Ladung einer .300 WSM, mit N150 57,0 Grain; Schrittweite 0,1 Grain).
  • Berechnen der geringsten Ladung, durch Abzug von 0,2 Gramm oder 2,0 Grain (z.B. 57,0 Grain minus 2,0 Grain ergibt 55,0 Grain).
  • Überprüfung der Ladedichte der geringsten Ladung, hierbei dürfen 90 Prozent Ladevolumen nicht unterschritten werden – es besteht sonst die Gefahr einer Detonation (z.B. .300 WSM mit 55,0 Grain ergibt nach QL 91,5 Prozent Ladedichte, möglichst aber genau berechnen).
  • 24 Patronen wie folgt laden:
  • 4 Patronen mit der geringsten Pulvermenge laden (z.B. 55,0 Grain)
  • dann aufsteigend (0,1-Grain-Schritte) von 55,0 Grain bis 57,0 Grain die Patronen laden und mit den Nummern 1 bis 20 doppelt beschriften (z.B. mit einem schwarzen oder weißen Permanentmarker)

 

Die Patronen sollten möglichst exakt geladen werden, d.h., bereits aus dieser Waffe abgeschossene Hülsen werden präzise halskalibriert, die Geschosse alle abgewogen, eine gleichmäßige L6 genau eingehalten (möglichst an der Ogive) und auf Rundlauf geprüft.

 

geladene und beschriftete Patronen in .300 WSM

 

Waffe grob einschießen

Die Waffe muss absolut sauber sein, also darf der Lauf keine Ablagerungen haben. Nun kann einfach auf 100m grob eingeschossen werden. Dazu benötigt man bei einem Repetierer oft nur 3 Schuss:

  • Büchse aufstellen, so dass sie stabil steht.
  • Schloss herausnehmen, evtl. Schaftbacke entfernen für freie Sicht durch den Lauf auf die Scheibe.
  • Lauf auf den Mittelpunkt der Scheibe ausrichten; Waffe nicht bewegen.
  • Türme so verstellen, dass das Fadenkreuz ebenfalls auf die Mitte der Scheibe zeigt.
  • Probeschuss auf den Mittelpunkt setzen.
  • Danach Waffe auf Mittelpunkt ausrichten und mit den Türmen den Treffer einstellen, also die Türme so verstellen, dass das Fadenkreuz zum Schluss exakt auf dem Treffer sitzt. Die Waffe dabei nicht bewegen.
  • Weiteren Probeschuss auf die Mitte setzen. Evtl. ein zweites Mal korrigieren.

 

Waffe auf 300m ausrichten. Entsprechend einer ähnlichen Ladetabelle die Anzahl der Klicks herausfinden, um die das ZF nach oben gestellt werden muss. Z.B. bei .300 WSM 11 Klicks (1 mrad) nach oben, bei .308 Win 15 Klicks. Dann einen weiteren Probeschuss machen und evtl. einmal korrigieren. Es sind jetzt die ersten 4 Schuss abgefeuert worden und die Waffe ist jetzt natürlich nicht mehr sauber – das soll aber so sein. Wer mehr Schuss braucht – nicht mehr als 2-3 zusätzlich – muss diese ebenfalls in der geringen Ladung herstellen.

 

Ladeleiter schießen und V0 messen

Nun die Ladeleiter wie folgt schießen:

  • Patrone mit Nummer 1 auf die Mitte der Scheibe setzen
  • V0 messen und aufschreiben
  • Treffer unbedingt kennzeichnen, entweder direkt an der Scheibe (aufwendig) oder per Zweitscheibe, z.B. über einen Monitor oder das Spektiv
  • 10 bis 15 Minuten warten, damit der lauf abkühlen kann, im Sommer evtl. länger, im Winter kürzer.
  • weiter bis Patrone 20

 

Das Ergebnis muss eine Scheibe mit der Nummerierung der Treffer ergeben und eine Liste der V0.

 

Trefferbild auf der Scheibe

 

alle Treffer sind durchnummeriert

 

Auswertung der Ladeleiter

Anschließen erfolgt die Auswertung der Treffer – man sucht aufeinanderfolgende Treffer, die möglichst dicht beieinander liegen. Diese zusammenliegenden Treffer sind ein Indiz für ein gutes Schwingungsverhalten des Laufes, d.h., in diesem Bereich ergeben kleine Abweichungen der Pulvermenge nur eine geringe Treffpunktabweichung. Leider gibt es dabei einige Störfaktoren, so dass die Auswertung manchmal nicht oder nur schlecht möglich ist. Manchmal ergeben sich auch nicht auswertbare Trefferbilder. Folgende Ursachen können Einfluss haben:

  • Montage nicht ordnungsgemäß oder locker (Defekt)
  • Schießfertigkeit nicht ausreichend (Schützenstreuung)
  • Ungenauigkeiten in der Patronenherstellung (Wiederladeungenauigkeit)
  • Auflagen ungeeignet (Auflageungenauigkeit)
  • Wärmeeinfluss (Lauf nicht ausreichend abgekühlt, Patronen haben andere Temperatur)

 

Die Auswertung kann z.B. wie folgt aussehen:

Zwei Treffergruppen ergeben vielleicht eine Möglichkeit. Diese beiden Treffergruppen werden anschließend weiter untersucht.

Die erste Gruppe liegt sehr weit auseinander.

 

Hier eine zweite Ladeleiter für .338 LM:

Die 5 Treffer zwischen 12 und 16 liegen 38mm auseinander und sind als Basis gut zu gebrauchen. Die 9 liegt auch noch innerhalb dieses Streukreises, die 8 und 10 sind fast drin, nur die 11 liegt etwas außerhalb. Schützenfehler sind natürlich auch immer vorhanden.

Als Ausgangsbasis für die fertige Ladung wäre nun die Nummer 14 mit 105,4 Grain sinnvoll.

 

Hier eine Ladeleiter für .308 Win:

Die 5 Treffer zwischen 9 und 13 liegen 43mm auseinander und sind als Basis gut zu gebrauchen. Selbst die Treffer zwischen 9 und 16 sind noch akzeptabel (8 Schuss). Als Ausgangsbasis für die fertige Ladung wäre nun die Nummer 11 mit 42,3 Grain IMR4895 sinnvoll.

Diese Patrone wurde nun hergestellt und getestet. Hier das Ergebnis:

 

 

 

Hinweis:

In diesem Beitrag werden interne und externe Links verwendet. Interne Links führen auf meine eigene Website und sind nicht näher gekennzeichnet. Externe Links zu Amazon sind mit einem zusätzliche Hinweis gekennzeichnet. Wer Produkte über diese Links bei Amazon erwirbt zahlt nicht mehr aber ein kleiner Teil des Erlöses kommt mir zugute. Vielen Dank für die Nutzung!

 

Long Range:
Gehörschutz MSA Sordin
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Kestrel 3500 NV
Kestrel 5700 Elite
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Harris mit Drehgelenk
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IPSC Zubehör:
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Zielfernrohrmontage Werkzeug und allg. Werkzeug:
Hazet Drehmomentschlüssel 1-6 Nm
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Waffen-Reinigung:
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Material Shooting Mat:
Steckschnallen
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besser 4mm Dicke nehmen (Fachhandel)
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Wiederladetechnik:
Pulverfüller
Fettkissen und Fett
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Matritzen-Set Redding
RCBS Dispenser für die Waage Charge Master
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Reparatur Atlas:
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Montagezange Knipex
Isopropanol 1L

 

Dieses Equipment habe ich für die Tests und Filmaufnahmen benutzt:

Body Sony Alpha 9 oder Sony Alpha 7R III

2-3 Ersatz-Karten 64 Gb (die schnellen)

Drohne DJI Mavic Air

Actioncam Sony FDR3000

Stativ Gitzo Nachfolger Mountaineer

Kugelkopf Markins Q3 Traveler

Cosyspeed Camslinger Outdoor Kameratasche mit Hüftgürtel 

Funkstrecke Sony UWP-D11

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Akkus NP-FZ100

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  4 comments for “Ladeleiter

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