Filmkamera Geschwindigkeit prüfen

Bildgeschwindigkeiten von Kameras messen

Wer Filmkameras gebraucht kauft, repariert oder einfach nur überprüfen möchte, ob die eingestellten Bildgeschwindigkeiten auch der Realität entsprechen, muss diese messen können. Es kommen dafür verschiedene Verfahren in Betracht:

  • mechanische Messung mittels Rollen oder Reibräder, Tachometer
  • Messung mittels Laserstrahl und Reflektion
  • Messung mit dem Stroboskop
  • elektronische Messung mittels Lichtschranken
  • Elektroimpulsmessung

Einige Methoden sollen hier kurz besprochen werden.

 

Stroboskop von Rheintacho – Stroboskop RT-Strobe Pocket LED

 

Mechanische Messung

Es gibt eine Vielzahl von Messgeräten, welche mittels Rollen, Reibrädern oder ähnlichen Einrichtungen die Geschwindigkeit von Wellen oder anderen rotierenden Objekten messen können. Wenn an der Kamera Wellen nach außen geführt sind, wie z.B. an der Pentacon AK16, dann kann man diese Methode in Betracht ziehen. Leider hat diese Methode den Nachteil, dass durch den Anpressdruck das Messergebnis mehr oder weniger stark beeinflusst wird. Gerade bei Filmkameras sind die Kräfte zu groß, das heißt, die Andruckelemente werden die Kameradrehzahl zu stark beeinflussen, so dass das Messergebnis nicht aussagekräftig bzw. genau genug ist.

 

Messung mittels Laserstrahl und Reflektion

Es gibt sehr viele preiswerte Lasermessgeräte und auch gute teuere Varianten davon. Diese Geräte sind grundsätzlich für die Messung der Drehzahlen geeignet und je nach Ausführung können sie vernünftige Werte anzeigen. Alle Geräte haben jedoch den Nachteil, dass an dem rotierenden Element ein Reflektionsfläche angebracht werden muss, bzw. dass zu stark reflektierende Elemente abgedeckt werden müssen. Dies lässt sich oft nur unzureichend bewerkstelligen, so dass diese Messmethoden nicht optimal ist. Bei ungleichmäßiger Rotation kann auch keine Aussage über die Art der Abweichung getroffen werden. Entweder kann nur eine Momentanwert oder der Durchschnitt gemessen werden. Manchmal kann diese Auswertung genügen – für die Beurteilung der Kamerageschwindigkeit ist diese Vorgehensweise nicht uneingeschränkt empfehlenswert.

 

Elektronische Messung mittels Lichtschranken und Elektroimpulsmessung

Diese Messmethoden bedürfen entweder eines elektrischen Impulses oder der Anbringung einer mechanischen Einrichtung für eine Lichtschranke. Dies ist oft sehr aufwändig oder nicht durchführbar, so dass hier nicht weiter drauf eingegangen wird.

 

Messung mit dem Stroboskop

Die Messung mit dem Stroboskop bietet gleich mehrere Vorteile:

  • keine mechanischen Eingriffe
  • keine mechanische Beeinflussung
  • keine Elektroimpulse notwendig
  • keine Reflektoren notwendig
  • Messgegenstand darf reflektieren
  • zusätzliche Informationen

 

Mittels Stroboskop kann die genaue Geschwindigkeit des rotierenden Objektes gemessen werden, ohne, dass es beeinflusst wird. Weiterhin kann man auch sehen, wie sich das Objekt verhält und weitere Untersuchungen sind möglich. Wie ist die Standardvorgehensweise bei einer Messung, wenn direkt der Spiegel gemessen werden soll?

 

Messanordnung

 

  • Objektiv von der Kamera abnehmen
  • Stroboskop vor der Kamera positionieren oder in der Hand halten
  • Stroboskop auf den Sollwert einstellen, z.B. 24 B/s = 24 Hz (Hertz)
  • Kamera mit Kassette und Film bestücken! (kann ein alter Film eingelegt sein)
  • Kamera einschalten
  • Stroboskop einschalten
  • Spiegel beobachten und evtl. Frequenz anpassen am Stroboskop

 

Der Spiegel muss qausi eingefroren werden, sollte er genau die Geschwindigkeit halten, die eingestellt ist. Die Kamera braucht einen kurzen Moment um hochzufahren – dabei dreht sich der Spiegel scheinbar langsam rückwärts. Auch die Gleichmäßigkeit ist überprüfbar anhand der Bewegung des Spiegels – steht er ganz ruhig, ist alles ok. Wandert er hin und her, schwank die Geschwindigkeit etwas. Dreht sich der Spiegel etwas in Richtung seiner normalen Drehung, ist die Geschwindigkeit zu hoch.

 

Spiegel und Stroboskop gleichzeitig beobachten

 

Am Stroboskop kann man nun den Wert etwas nachführen, so dass der Spiegel wieder eingefroren wird und kann nun den echten Geschwindigkeitswert ablesen. So lassen sich zum Beispiel die Festeinstellungen der Motore einer AK16 prüfen, wie auch die Tachometereinstellungen einer Arriflex 16 ST, BL oder SR.

 

die genaue Geschwindigkeit in Hz

 

Stroboskope arbeiten entweder mit Blitzröhren oder mit LEDs. Blitzröhren altern sehr schnell und müssen rechtzeitig ausgewechselt werden, um keine Schäden zu verursachen. Ein Gebrauchtkauf ist schwierig. Die Geräte haben nur eine begrenzte Nutzungsdauer mit einer Blitzröhre. Wer keine größeren Bereiche ausleuchten muss, kann auch starke LED-Geräte benutzen. Die LEDs altern kaum und die Geräte fressen meist auch weniger Strom. Einfache preiswerte Geräte haben oft eine mangelhafte Ausleuchtung, so dass man kaum etwas erkennen kann. Vernünftige Geräte wird es nicht unter 500 Euro geben, denn die LED-Leistung kostet Geld. Das abgebildete Gerät Stroboskop RT-Strobe Pocket LED kostet um die 750 Euro und lohnt sich für einmalige Messungen nicht. Evtl. kann man es irgendwo ausleihen.

 

Kleines Video:

 

 

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